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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 19.08.2009

"Inglourious Basterds"

Anke Leweke über Tarantinos fiktive Reform der deutschen Geschichte

Die Schauspieler Christoph Waltz und Diane Kruger mit US-Regisseur Quentin Tarantino. (AP)
Die Schauspieler Christoph Waltz und Diane Kruger mit US-Regisseur Quentin Tarantino. (AP)

Scharfe Waffen, harte Kerle und jede Menge Action - das ist "Inglourious Basterds". In dem neuen Film von Quentin Tarantino versucht eine Guerilla-Truppe um Brad Pitt im Zweiten Weltkrieg den Nazis den Garaus zu machen.

USA / Deutschland 2009, Regie: Quentin Tarantino, Darsteller: Brad Pitt, Diane Kruger, Eli Roth, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Daniel Brühl, ab 16 Jahren, 154 Minuten

Erklärtermaßen macht Quentin Tarantino "Kino-Kino" - also Filme, in denen er sich hemmungslos an der Kinogeschichte bedient, die er einst als Videothekar ins Regal räumte.

Sein neuer Film will eine Mischung aus Kriegsfilm und Schlachtenspektakel sein - seine Version des Klassikers "Das dreckige Dutzend". In "Inglourious Basterds" bringt der US-amerikanische Regisseur das Kino gegen Hitler in Stellung.

Brad Pitt spielt den US-Lieutenant Aldo Raine mit wunderbarem Südsaaten-Akzent, der von seinen Männern den Skalp von mindestens 100 Nazis fordert. Zudem schmiedet er ein Komplott gegen die Nazis: Bei einer Galapremiere in einem Pariser Kino soll der Diktator zusammen mit anderen Nazi-Bonzen umgebracht werden. 350 Filmklassikerkopien aus hochentflammbarem Silbernitrat liefern das Flammenmeer, in dem Hitler untergehen soll.

Nur kann die schöne Idee, die Weltgeschichte mithilfe der Kinogeschichte umzuschreiben, den Film nicht retten. Zwar zitiert Tarantino mit Ennio Morricone den Italo-Western, zwar erinnern seine Deutschen an die Bilderbuchnazis der amerikanischen Weltkriegsfilme, zwar brüllt der "Führer" wie im B-Movie - doch hat der Regisseur seinen Film nicht im Griff.

"Inglourious Basterds" fehlt nicht nur der Drive, sondern auch die überzeichnete Optik, die eine solche Geschichtsphantasie braucht. Allein der österreichische Schauspieler Christoph Waltz führt mit seiner kalkuliert chargierenden Darstellung eines SS-Obersts vor, welche Tonlage "Inglourious Basterds" zu mehr als einem müden Bubenstück gemacht hätte: Sein weltmännisches Auftreten, hinter dem immer wieder die Fratze des Bösen aufscheint, hat ihm völlig zu Recht den Darstellerpreis in Cannes eingebracht.

Filmhomepage "Inglourious Basterds"

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