Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 16.06.2012

Immer im Dienst: "Manche Mitarbeiter wollen sich nicht einschränken"

Arbeitswissenschaftler lehnt Anti-Stress-Verordnung in Gesetz ab

Freizeit und Arbeit verschränken sich immer mehr: Rufbereitschaft ist in Führungsfunktionen nahezu normal (picture-alliance/ ZB)
Freizeit und Arbeit verschränken sich immer mehr: Rufbereitschaft ist in Führungsfunktionen nahezu normal (picture-alliance/ ZB)

Gegen die vom DGB geforderte Anti-Stress-Verordnung in Bezug auf ständige Erreichbarkeit wendet sich Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft. Auf eine als wichtig eingeschätzte Nachricht zu warten, mache nicht zwangsläufig krank.

Stowasser hält es nicht für sinnvoll, die ständige Erreichbarkeit von Arbeitnehmern durch moderne Kommunikationsgeräte gesetzlich zu regeln. Notwendig seien zwar klare Regeln, um der Erreichbarkeit auch in der Freizeit durch den Arbeitgeber Grenzen zu setzen. Dies müsse jedoch betriebsspezifisch geregelt werden. In manchen Positionen sei eine ständige Rufbereitschaft notwendig. Als Beispiel nannte Stowasser leitende Angestellte und Produktionsleiter. Pauschalisierungen seien nicht hilfreich: "Manche Mitarbeiter brauchen das Engagement. Sie wollen sich nicht einschränken."

Arbeit und Freizeit seien heute auch stärker verschränkt, ohne das dies zwangsläufig negative Auswirkungen habe, sagte Stowasser: "Beispielsweise macht es Menschen nicht zwangsläufig krank, auf eine Nachricht zu warten, die sie als besonders wichtig einschätzen." Die Kosten für Unternehmen aufgrund psychischer Erkrankungen von Mitarbeitern würden auf 8 Milliarden Euro geschätzt. Konkrete Zahlen zum Problem der ständigen Erreichbarkeit gebe es aber keine. Neue Vorgaben zum Umgang mit psychischen Belastungen durch ständige Erreichbarkeit würden ab 2013 in den Gesprächen von Bund, Ländern und Sozialpartnern erarbeitet, sagte Stowasser

Das vollständige Interview mit Sascha Stowasser können Sie in unserem Audio-on-Demand-Angebot bis zum 16. November 2012 als MP3-Audio hören.

Homepage des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft

Interview

Die BundestagsbienenHonig für eine bessere Welt
Biene im Anflug (picture alliance/dpa/Foto: Patrick Pleul)

Es summt und brummt am Bundestag. Bärbel Höhn von den Grünen und Martin Burkert von der SPD hatten dort einen Bienenstock aufgestellt. Der Honig der Bundestagsbienen schmecke aber nicht nur "super", damit soll auch auf die bedrohten Insekten hingewiesen werden.Mehr

Theologe Dorian Winter"Papst Franziskus polarisiert"
Der Papst lächelt im weißen Gewand und mit umgehängter Kreuzkette vor einer weißen Wand in die Kamera.

Wenn Papst Franziskus zum Weltjugendtag nach Polen reist, ist das nicht unbedingt ein Heimspiel. Nicht bei allen komme der Papst gut an, sagt der Theologe Dorian Winter. Ohnehin sei der polnische Katholizismus traditionell nicht besonders papsthörig. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur