Seit 19:05 Uhr Oper
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:05 Uhr Oper
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 22.02.2012

Hemmungslose Gewaltorgie

Hans-Ulrich Pönack über den Actionfilm "Safe House"

Die amerikanisch-südafrikanische Koproduktion "Safe House" handelt von der Jagd eines Killerkommandos auf einen früheren CIA-Agenten, der auf eigene Rechnung profitabel gearbeitet hat - und nun liquidiert werden soll.

Mit "Easy Money" (Originaltitel: "Snabba Cash") schuf der am 23. März 1977 in Stockholm geborene schwedische Filmemacher Daniel Espinosa 2009 einen der besten europäischen Genre-Filme seit langem, der hier leider kommerziell wenig erfolgreich war. Und jetzt das: "Safe House" ist eine absolut dämliche Gewaltorgie mit prominenter Besetzung. Schließlich wirken der zweifache "Oscar"-Hero Denzel Washington und Schönling Ryan Reynolds mit.

Ein "Safe House" existiert überall auf der Welt. Ist eine konspirative amtliche Wohnung, wo geheime CIA-Agenten sicher untergebracht werden. Wie Matt Weston. Er ist ziemlich bedient, weil an seiner Aufenthaltsstätte in der südafrikanischen Metropole Kapstadt die totale Langeweile herrscht. Doch sein beschauliches Dasein als "Safe House"-Wächter findet ein abruptes Ende, als bei ihm Tobin Frost (Denzel Washington) untergebracht wird.

Frost ist ein früherer Kollege, der wohl auf eigene Rechnung profitabel gearbeitet hat und deshalb als Staatsfeind gilt. So schnell wie möglich soll er nach Hause in die USA transportiert werden. Doch Frost hat sich den US-Behörden in Kapstadt selbst gestellt. Irgendwas stimmt hier also nicht. Zumal sich ein mörderisches Killerkommando aufmacht, Frost in diesem "Safe House" zu liquidieren,was Matt Weston gerade noch zu verhindern weiß. Fortan beginnt eine Jagd auf die beiden, den loyalen Beamten und seine Geisel.

Im Ami-Reich ist mal wieder Agenten-Hektik annonciert. Weil in der Chefetage jemand auf eigene, korrupte Rechnung wirkt. Wer hier mit wem tatsächlich verbündet ist und wer dagegen hält, kommt ziemlich wirr daher. Balla-Balla-Kintopp. Mit einem - sonst doch so pfundigen - Denzel Washington als unanständigen Kerl. Dabei natürlich tough, psychologisch bestens geschult, mit analytischer Scharfsicht. Der gute Denzel war selten so falsch platziert wie hier. "Safe House" ist nur ein schlichter Brutal-Krimi. Um hemmungsloses Töten. Als Spaß-Unterhaltung.

USA / Südafrika 2012; Regie: Daniél Espinosa; Darsteller: Denzel Washington, Ryan Reynolds, Vera Farmiga, Sam Shepard, Joel Kinnaman, Brendan Gleeson; ab 16 Jahren; 115 Minuten

Filmhomepage

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWoody Allens Amazon-Debüt erntet Verrisse
Woody Allen als Schriftsteller Sidney J. Munsinger in seiner Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes". (Amazon Studios 2016)

Woody Allens Sitcom "Crisis in Six Scenes" sei die erste Fernsehserie "nur für Senioren", urteilt Verena Lueken in ihrem Verriss für die FAZ. "Vorwärtsschleichend im Bewegungstempo eines Gletschers. Voller Witze mit langem Anlauf, Witzen auch, in denen Hörgeräte, Ersatzhüften, schlechte Augen und Vergesslichkeit weiten Raum einnehmen." Mehr

weitere Beiträge

Fazit

"Comeback" an der Staatsoper BerlinMit nicht nachlassendem Sog
Plakat zum 1929/30 gedrehten Film "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich und Emil Jannings (dpa / picture alliance / Nestor Bachmann)

Oscar Strasnoy erzählt in "Comeback" an der Staatsoper Berlin die Geschichten der Schauspieler Tilla Durieux und Emil Jannings, deren beider Karrieren durch das Dritte Reich eingeschränkt wurden. Eine gelungene Inszenierung, die das Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnte. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur