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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 15.07.2009

"Harry Potter und der Halbblutprinz"

Hannelore Heider sieht dem Zauberlehrling beim Erwachsenwerden zu

Die britischen Schauspieler Rupert Grint, Emma Watson und Daniel Radcliffe (v.l.n.r.) bei der Weltpremiere des neuen Harry-Potter-Films in London. (AP)
Die britischen Schauspieler Rupert Grint, Emma Watson und Daniel Radcliffe (v.l.n.r.) bei der Weltpremiere des neuen Harry-Potter-Films in London. (AP)

Die sechste Harry-Potter-Verfilmung ist recht düster ausgefallen, und die spielerische Leichtigkeit des Schulalltags aus den vorherigen Filmen ist einer bedrückenden Ernsthaftigkeit gewichen. Hogwarts ist zu einem unsicheren Ort geworden und Harry Potter selbst sitzt zwischen allen Stühlen.

Ob Harry Potter im letzten und siebenten Teil der Geschichte das entscheidende Finale gegen den schwarzen Zauberer Lord Voldemort wirklich gewinnt, steht nach der Verfilmung dieses Sechsten Teils der Romantrilogie wirklich in Frage.

Der Auserwählte wird zwar von seinem Ziehvater, dem Direktor der Zauberschule Professor Dumbledore, auf die Entscheidungsschlacht vorbereitet und die wunde Stelle des bösen Lords ist auch gefunden. Aber die Vorbereitungspräluminarien enden in einer Tragödie. Die zwielichtigen Handlanger des schwarzen Magiers sind in Hogwarts versammelt. Atmosphärisch malt Regisseur David Yates diesen Vorabend des drohenden Weltunterganges mit düster-kalten Bildern, unheilschwangeren Draufsichten auf den Schauplatz, irrlichternden, düsteren Schlossszenen wunderbar aus.

Lord Voldemort hat sein Unheil nun auch über die Muggeln, die Nicht-Zauberer gebracht und Hogwarts ist für jeden Schüler, erst recht die Freunde von Harry Potter, zu einem sehr unsicheren Ort geworden. Entsprechend ernster fallen die Zauberübungen aus, es geht auch hier um Leben und Tod und damit sind die spielerische Leichtigkeit des Schulalltags, das fantastische Interieur nahezu verschwunden. Für Nicht-Leser ist dieser Filmteil sicher der plausibelste, Fans der Bücher aber werden viel vermissen. Zu gradlinig arbeitet die Story den Handlungsbogen ab.

Während Hermine und Ron die Wirren der Pubertät genießen, sitzt Harry Potter zwischen allen Stühlen und wird zwischen dem maßlosen Ansinnen, die Welt zu retten, und der Neigung, auch nur ein Junge zu sein, zerrieben. Das hat Folgen. Harry Potter wirkt seltsam konturlos und wenig charismatisch, was Daniel Radcliffe auch nicht ausgleichen kann. Selbst seine Nöte mit der Liebe werden nicht ernst genommen und an entscheidender Stelle macht ihn die Filmversion im Gegensatz zum Buch sogar zum Versager.

So stimmungsvoll die bedrohte Welt von Hogwarts auch ausgemalt ist, mitreißende Spannung vermag der Film zumindest für erwachsene Zuschauer so nicht zu erzeugen.

Ein Gewinn ist Jim Broadbent als Neuzugang in der Lehrerschaft, neben Alan Rickmans Professor Snake die einzig wirklich interessante Figur in diesem sechsten Teil. Helena Bonham Carter darf als Hexe Bellatrix wieder nur ein paar Funken sprühen, wirklich wichtig ist sie, wie viele andere Figuren der Romanvorlage, auch diesmal nicht.

USA 2009. Regie: David Yates. Darsteller: Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Michael Gambon, Alan Rickman, Helena Bonham Carter, Jim Broadbent. 153 Minuten, ab 12 Jahre

Film-Homepage "Harry Potter und der Halbblutprinz"

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