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Fazit / Archiv | Beitrag vom 23.09.2010

Hamburgs Kultursenator verteidigt Schließung des Altonaer Museums

Reinhard Stuth: Alternative wäre der "Weg in die erzwungene Mittelmäßigkeit"

Ein Ort mit Tradition: Das Museum Altona um 1905 (hamburg.de)
Ein Ort mit Tradition: Das Museum Altona um 1905 (hamburg.de)

Der Hamburger Kultursenator Reinhard Stuth hält die Schließung des Altonaer Museums für gerechtfertigt. Das Historische Museum in Hamburg habe zehn Standorte, davon werde jetzt einer geschlossen. Die besten Ausstellungsstücke würden künftig an den anderen Standorten gezeigt.

Stuth betonte, die Kultur sei in Hamburg der einzige Bereich, in den nach den Beschlüssen der Haushaltsklausur künftig mehr Geld fließe. Dennoch habe es "schmerzhafte Einschnitte" gegeben, um Spielräume zu erweitern und die Stärken der Hamburger Kulturlandschaft weiter hervorzuheben. So werde es künftig mehr Geld für Theaterinszenierungen, Festivals und Ausstellungen geben. Die Alternative dazu wäre die Rasenmäher-Methode und der "Weg in die erzwungene Mittelmäßigkeit" gewesen, betonte der Kultursenator.

Zuvor hatte der Präsident des Deutschen Museumsbunds, Volker Rodekamp, die Entscheidung des Hamburger Senats im Deutschlandradio Kultur kritisiert. Die Schließung erfülle ihn mit großer Sorge, sagte Rodekamp. Es handele sich um ein Haus, das zu den großen kulturhistorischen Museen in Deutschland gehöre. Wenn eine weltoffene Kultur-Stadt wie Hamburg ein solch renommiertes Museum der gegenwärtigen Finanzsituation opfere, dann wirke dies als Signal auf andere Städte. Der Bestand des Museums müsse überdies weiter gepflegt, das Personal könne nicht von heute auf morgen gekündigt werden. Er sehe deshalb gar nicht die Möglichkeit, große Summen einzusparen, sagte Rodekamp, der auch Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig ist.

Das vollständige Gespräch mit Reinhard Stuth können Sie in unserem Audio-on-Demand-Angebot bis zum 23. Februar 2011 als MP3-Audio nachhören.

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