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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.08.2007

Hambrecht fordert Korrektur des China-Bildes

BASF-Chef: "Kontrolle ist Aufgabe auf beiden Seiten"

Herstellung von Ventilatoren im chinesischen Shenzhen (dpa / picture alliance / He Dongping)
Herstellung von Ventilatoren im chinesischen Shenzhen (dpa / picture alliance / He Dongping)

Der Vorstandsvorsitzende der BASF und Leiter des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Jürgen Hambrecht, hat zu einer positiven Auseinandersetzung mit China aufgerufen. Der Westen müsse aufhören, China als Feind zu sehen, sagte Hambrecht im Deutschlandradio Kultur vor der am Sonntag beginnenden China-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Besonders Deutschland müsse verstehen, dass seine Exportwirtschaft dank der boomenden Wirtschaft in Asien weiter wachse. Gleichzeitig nahm er China vor dem Hintergrund des aktuellen Skandals um die Lieferung bleibelasteter Produkte in Schutz. Hambrecht ist einer der Wirtschafts-Chefs, die Merkel auf ihrer Reise begleiten.

Wörtlich sagte Hambrecht: "Wir tun ja grad so, als wenn das Problem nur bei den Chinesen läge und die Chinesen nur Betrüger wären. Das ist nicht so. So, wie wir China behandeln, ist es unfair. Die weltweite Integration der Warenströme macht es notwendig, dass wir uns positiv mit China auseinandersetzen, und gemeinsam mit China die Zukunft gestalten."

Auch deutsche Unternehmen müssten die Waren, die aus Asien kämen, kontrollieren. "Qualitätssicherung ist immer auf beiden Seiten - derjenige, der abliefert, und derjenige, der bekommt. Und wenn wir Probleme haben, müssen wir erst mal vor der eigenen Haustür kehren." Hierbei sprach sich Hambrecht für eine weitere Einbindung des TÜVs aus. Bereits jetzt sei jeder fünfte Mitarbeiter des TÜV Rheinland in China tätig. "Wenn wir den TÜV Rheinland und andere TÜV-Einheiten, die dort tätig sind, stärker einbinden, dann haben wir gewonnen."

Er erwarte von der Reise mit der Kanzlerin, dass China besser in den weltweiten Klimaschutz eingebunden werde. Aus dem Land sei auch in Zukunft ein gesteigerter CO2-Ausstoß zu erwarten. "Es macht keinen Sinn, in Europa weit vorauszurennen, wenn wir in China keine Fortschritte machen", sagte Hambrecht.

Beim Thema Menschenrechte müssten ausländische Unternehmen in China mit gutem Beispiel vorangehen und einen gemeinsamen Wertekanon definieren. Dies könne geschehen, indem man chinesische Unternehmen in den Global Compact der UN aufnehme, ein internationaler Pakt, der die Globalisierung sozialer und ökologischer gestalten wolle. "Und dann müssen wir selbst im einzelnen Unternehmen, das wir aufbauen in China, vorleben, wie wir mit Sicherheit und mit Menschen umgehen. Das ist die beste Vorgehensweise, um China noch besser in die Weltwirtschaft zu integrieren."

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