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Grenzfall "Dinxperwick"

Warum sich Westfalen und Holland näher sind als gedacht

Von Michael Frantzen

Ansicht des ersten deutsch-holländischen Altenwohnheims in Bocholt-Suderwick und Dinxperlo. Eine gläserne Brücke verbindet den niederländischen mit dem deutschen Teil.
Ansicht des ersten deutsch-holländischen Altenwohnheims in Bocholt-Suderwick und Dinxperlo. Eine gläserne Brücke verbindet den niederländischen mit dem deutschen Teil. (picture alliance / dpa / Andreas Endermann)

"Wenn Holland in Not ist, sind wir in großer Bedrängnis". Sagen sie im westfälischen Grenzort Suderwick. Eigentlich waren Suderwick, das "südliche Viertel", und die holländische Nachbarstadt Dinxperlo einmal eins. Doch mit der Zeit trennte die Politik, was zusammen gehörte: Erst wurden im späten 18. Jahrhundert Grenzsteine hochgezogen, im Zweiten Weltkrieg von den Nazis Stacheldrahtzaun.

Alles längst verschwunden heute: Man muss schon zwei Mal hinschauen, um hüben und drüben auseinander zu halten. Beide Orte gehen nahtlos ineinander über, die Grenze verläuft am Bordstein des Hellwegs, der auf niederländischer Seite zum Heelweg wird.

In "Dinxperwick", wie die Zwillingsstädte schon halb ironisch genannt werden, besinnen sich Holländer und Deutsche gleichermaßen wieder auf das gemeinsame Erbe; suchen Hobbyarchäologen gemeinsam nach der sagenumwobenen "Burg Rodespieker" und erzählen sich gegenseitig Geschichten von alten Schmugglerrouten, zuschnappenden Schlagbäumen und der Grenzkorrektur in der Nachkriegszeit.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Links:
Grenzlandmuseum Dinxperlo
Infos über das Leben und Arbeiten mit und an der deutsch-niederländischen Grenze

Grenzblick Atelier in Bocholt-Suderwick
Ein Haus für Kunst, Fotografie und Event in einem "grenzenlosen" Stückchen Europa

Heimatverein Suderwick
Ein Verein, der auch Geschichte und Brauchtum seiner niederländischen Zwillingsstadt Dinxperlo im Blick hat

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