Seit 02:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 02:00 Uhr Nachrichten
 
 

Kompressor | Beitrag vom 11.03.2015

Gedenken an Frei Otto"Er war die Lichtgestalt der Architektur"

Kristin Feireiss im Gespräch mit Christine Watty

Hochdotiert: Der deutsche Architekt Frei Otto erhielt 2006 vom japanischen Kaiserhaus den Praemium Imperiale in Tokyo. Posthum wurde er mit dem Pritzker Preis geehrt. (picture alliance / dpa / epa David Coll)
Hochdotiert: Der deutsche Architekt Frei Otto erhielt 2006 vom japanischen Kaiserhaus den Praemium Imperiale in Tokyo. Posthum wurde er mit dem Pritzker Preis geehrt. (picture alliance / dpa / epa David Coll)

Der Tod des Architekten Frei Otto hat auch die Kuratorin Kristin Feireiss schwer getroffen. Gerade erst hatte sie als Jury-Mitglied entschieden, ihn mit dem renommierten Pritzker-Preis zu ehren. Darüber, dass er gestorben ist, sei sie "richtig traurig".

 Von der Auszeichnung mit dem Pritzker-Preis hatte der im Alter von 89 Jahren gestorbene Architekt des Zeltdaches des Münchner Olympiastadions noch erfahren. Frei Otto war erst der zweite Deutsche, der den international begehrten Architektenpreis erhalten sollte. In der Erklärung der Juroren ist zu lesen:

"Unsere Jury befand, dass Frei Ottos Laufbahn modellhaft für ganze Architekten-Generationen steht und dass sein Einfluss weiterhin anhält."

"Ich kannte Frei Otto seit Jahrzehnten, wir haben viele wunderbare Projekte auch zusammen gemacht", sagte die Ausstellungskuratorin Kristin Feireiss im Deutschlandradio Kultur. Sie ist sich sicher, dass der Pritzker-Preis "bestimmt die Krönung seines Lebenswerkes war".  

"Er war ein großer Humanist"

Die Mitgründerin des Architekturforums Aedes in Berlin vermutet, dass Frei Ottos Werk Architekten noch Jahrzehnte beeinflussen wird. "Er war die Lichtgestalt der Architektur", sagt sie und betont seine Fähigkeit, mit anderen Disziplinen zusammenzuarbeiten. Lange bevor sich andere Architekten der Idee der Nachhaltigkeit gewidmet hätten, habe er viele seiner Entwürfe von Beobachtungen in der Natur abgeleitet. Seine Erfindungen habe er nicht patentieren lassen, sondern allen geschenkt, damit spätere Konstrukteure davon profitieren können. "Er war ein großer Humanist", sagte Feireiss.

Mehr zum Thema:

Nachruf auf Frei Otto - Baumeister eleganter Zelte
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 10.03.2015)

Architekt: "Passagiere brauchen eher einen netten Empfangsbahnhof"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 04.11.2010)

Fazit

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur