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Deutschlandrundfahrt / Archiv | Beitrag vom 12.04.2015

Freie Kunstszene in BerlinAn den Rand gedrängt

Von Susanne Arlt

Demonstranten ziehen am 28.09.2013 durch die Karl-Liebknecht-Straße in Berlin. Mit einer Demonstration vom Schloßplatz zum Neptunbrunnen demonstrierten Menschen gegen die mangelnde Förderung von freien Künstlern in Berlin und forderten Unterstützung in Höhe von rund 18 Millionen Euro. (picture-alliance / dpa / Florian Schuh)
Demonstranten protestieren am 28.9.2013 gegen die mangelnde Förderung von freien Künstlern in Berlin. (picture-alliance / dpa / Florian Schuh)

Rund zehn Millionen Touristen besuchen jährlich Berlin - und das ist vor allem dem kreativen Flair der Hauptstadt zu verdanken. Doch immer mehr Künstler werden an die Peripherie gedrängt oder können sich ihre Ateliers nicht mehr leisten. Denn die Immobilien an der Spree sind teuer geworden.

Berlin - du bist zwar arm, dafür aber sexy und einfach so wunderbar! In diesem Werbeslogan muss ein Körnchen Wahrheit stecken, denn jedes Jahr besuchen rund zehn Millionen Touristen die Hauptstadt.

Das ist vor allem den vielen tausend Kreativen zu verdanken, die aus anderen Metropolen nach Berlin zogen, um hier zu leben und zu arbeiten. Doch seitdem internationale Immobilienfonds den Marktwert der Stadt in die Höhe treiben, treibt es die Künstler immer mehr an die Peripherie von Berlin.

Viele Atelier-Standorte gekündigt

2014 war für die Szene das bislang schlimmste Jahr. Vier traditionelle Atelier-Standorte wurden von privaten Eigentümern gekündigt. 150 Künstler verloren dadurch ihre Arbeitsgrundlage. Wie schützt man den Standortfaktor Subkultur, der Berlin auszeichnet? Was passiert mit Berlin, wenn ihre Künstler wegziehen?

Sie öffnen ihre Werkstätten dem Publikum, veranstalten Ausstellungen, faszinieren und schärfen die Sicht auf die Welt. Und sie waren es schließlich, die Berlin zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine lässige Stadt mit vielen Freiräumen - eben: arm aber sexy.

Das vollständige Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat.

Links zu Künstlern, die für ihre Räume und Hallen kämpfen:

Künstler-Allianz gegen das Ateliersterben in Berlin
abbanetzwerk.tumblr.com

Atelierhaus Prenzlauer Promenade – Hoffen auf eine „gemischte Platte"
atelierhausprenzlauerpromenadeberlin.wordpress.com

Erfolgreich, gefördert, Raum-los – der Projektraum „General Public"
www.generalpublic.de

Auch die deutsch-amerikanische Künstlergemeinschaft "Moving Poets" bangt um ihren Kunstraum
www.movingpoets.org

... den darstellenden Künstlern ergeht es nicht besser
www.pap-berlin.de

Geist ist noch flüchtiger als Kapital – haltet ihn fest! Ein Überblick über die Berlin Freie Szene
www.berlinvisit.org

Mehr zum Thema:

Freie Kunstszene - "The bestest" in Edinburgh
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 14.08.2014)

Kulturförderung - Freie Kunstszene profitiert von Koalitionsvertrag
(Deutschlandradio Kultur, Thema, 28.11.2013)

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