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Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 06.08.2007

Frauen surfen anders

Wie sich die Geschlechter bei der Internetnutzung unterscheiden

Von Susanne Billig

Gar nicht mehr langweilig ist das Internet für viele Frauen. (Stock.XCHNG / Elena Buetler)
Gar nicht mehr langweilig ist das Internet für viele Frauen. (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

Frauen entdecken das Internet verstärkt für sich. Den früher vorhandenen Technikvorsprung der Männer haben sie aufgeholt und stellen mittlerweile fast die Hälfte der Nutzer. Dennoch ist das Surfverhalten der Frauen stark abweichend.

Ein Computerkurs, 15 konzentrierte Gesichter, eifrig werden Notizen gemacht. Auf den großen Monitoren stehen Pappschilder: Sylvi, Kerstin, Monika steht darauf. 40-Jährige, die zum ersten Mal mailen und surfen - wie kann das sein? Silke Buttgereit ist Dozentin am Frauencomputerzentrum Berlin:

"Die meisten, das muss man schon sagen, die haben schon mal an irgendeinem Rechner gesessen und da ein bisschen was ausprobiert, hatten aber oft einen Ehemann, der über die Schulter guckte, mit dabei."

"Nach der Maus grabschen" nennt Silke Buttgereit das zweifelhafte pädagogische Verfahren - es hält Frauen massenhaft davon ab, am Computer selbstständig zu werden:

"Der Mann setzt sich an den Computer und ‚zeigt das mal’ - das heißt, der klickt da wild rum und sagt dann danach: ‚So, jetzt mach du mal, ich habe dir ja gezeigt, wie es geht.’ Und da Computer in der Wohnung auch oft ein Heiligtum ist des männlich bewohnten Arbeitszimmers, kann die da auch nicht öfter mal ganz alleine sitzen und sich einfach ausprobieren."

Doch nach dem Kurs wird alles anders – fast die Hälfte aller Frauen in Deutschland geht mittlerweile regelmäßig ins Internet, Tendenz steigend. Was genau interessiert Frauen online? Umfragen zeigen: Die Surf-Leidenschaften der Geschlechter gehen weit auseinander. Wenn Frauen wissen, wie Browser und Suchmaschine funktionieren, fackeln sie nicht lang:

"Da sind Frauen eigentlich ziemlich zielgerichtet, die wissen relativ schnell, was sie da wollen. Frauen interessieren sich zum Beispiel für Reisen, Frauen sind relativ schnell auch beim Shoppen und dann auch oft ganz begeistert, ansonsten wird nach den Hobbys geguckt – danach wird es dann relativ bunt gemischt."

Als das Telefon erfunden wurde und Männer über eine militärische Nutzung nachsannen - da waren es die Frauen, die das Ding für private Plaudereien entdeckten. Heute steht die Privatkommunikation per Mail ganz oben auf der Interessenliste. Gar nicht spannend findet die weibliche Hälfte der Menschheit die technischen Aspekte des Mediums – anders als Männer, weiß die Dozentin:

"Die sind sofort bei irgendeinem Download, installieren irgendein Programm, sind auf irgendwelchen Seiten, wo man nicht sein sollte, fangen sich irgendwelche Viren oder Trojaner ein. Die Herangehensweise von Frauen an Technik ist erst zurückhaltend – und dann schlichtweg pragmatisch."

Bitter für das feministische Herz: Auch der berühmte weibliche Widerspruch surft mit. Frauen meiden das Online-Banking wie ein rotes Tuch, weil sie den Sicherheitsstandards tief misstrauen. Beim Shoppen zücken sie ihr virtuelles Portemonnaie sofort. Die weibliche Leidenschaft für das Schnäppchenmachen ist längst in den Fokus von Werbestrategen geraten. Das Internetportal www.frauensurfenanders.de liefert jede Menge Informationen rund um die Zielgruppe Frau: Millionen surfende Frauen sind Millionen kaufende Frauen - potenziell. Das Portal preist an:

""Rund 40 Millionen Europäer kaufen Mode im Netz - Profil: jung, weiblich, hohes Einkommen! Trend-Studien wissen: Frauen sind in den nächsten zehn Jahren die Konsumentinnengruppe Nummer eins!""Feminine Internet-Seiten" lautet das neue Schlagwort. Computerfachfrau Silke Buttgereit gestaltet mit ihrer Internetfirma txt auch Webseiten für Frauenorganisationen und weiß, was gefällt:

""Generell legen Frauen einen größeren Wert – das sind auch immer so ein bisschen Quadraturen des Kreises – auf eine ansprechende, weiche Grafik, die gleichzeitig ganz klar sein soll. Und bei der Grafik glauben Frauen auch immer, mitreden zu können! Im Gegensatz zu Männern, die immer glauben, bei der Technik mitreden zu können!"

Webseiten, die sich auf Frauen einstellen, werden belohnt, auch das sagen Studien. Im Internet erweisen sich Frauen als treu – und steuern eine klare, praktische Seite immer wieder an.

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