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Interview / Archiv | Beitrag vom 28.08.2015

"Forstrock"-Festival in Jamel"Wir beugen uns nicht diesem Nazi-Terror"

Birgit Lohmeyer im Gespräch mit Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

Birgit und Horst Lohmeyer vor ihrer verbrannte Scheune in Jamel (dpa / picture-alliance / Jens Büttner)
Birgit und Horst Lohmeyer vor ihrer verbrannten Scheune in Jamel (dpa / picture-alliance / Jens Büttner)

Das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer gibt nicht auf: Trotz des Brandanschlags findet auf ihrem Hof in Jamel erneut das "Forstrock"-Festival statt. Für viele Menschen seien sie inzwischen ein Vorbild für Zivilcourage, sagt Birgit Lohmeyer.

Zwei Wochen nach einem Brandanschlag auf die Hofscheune der Nazi-Gegner Birgit und Horst Lohmeyer in Jamel findet dort heute und morgen das "Forstrock"-Festival statt. Noch in der Nacht des Brandanschlags sei die Entscheidung gefallen, das Festival trotzdem stattfinden zu lassen, sagte Birgit Lohmeyer im Deutschlandradio Kultur: "Insofern hat der Brandstifter uns nur einen guten Grund mehr gegeben, zu sagen: 'Wir beugen uns nicht diesem Nazi-Terror.'"

Man erhalte außerdem von vielen Seiten ideelle und nach dem Brandanschlag auch materielle Unterstützung: "Und wir merken einfach: Wir sind für viele Menschen Vorbilder, was Zivilcourage anbelangt. Und das stärkt uns schon sehr."

"Wir sind schon sehr lange sehr wachsam"

Sie und ihr Mann hätten natürlich auch Angst, meinte die Künstlerin Birgit Lohmeyer auf eine entsprechende Frage: "Aber wir werden immer stärker mit jeglicher Herausforderung, der wir hier entgegen sehen müssen. Insofern: Wir sind wachsam. Wir sind schon sehr lange sehr wachsam. Und wir werden jetzt natürlich auch noch wachsamer sein in Zukunft."

Der Ort Jamel sei seit elf Jahren ihrer neue Heimat, für die sich seinerzeit sehr bewusst entschlossen hätten, beschrieb Lohmeyer ihre Situation. Sie hätten dort auch Menschen kennen gelernt, die keine Nazis seien: "Insofern gibt es eigentlich keinen Grund zu weichen."

 

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