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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.09.2014

FlüchtlingeBreitet sich der IS auch in den Libanon aus?

Hilfsorganisation berichtet von Sympathisanten im Norden des Landes

Ein Kind aus Syrien in einem Flüchtlingslager im Libanon (dpa / picture-alliance / Mika Schmidt)
Ein Kind aus Syrien in einem Flüchtlingslager im Libanon (dpa / picture-alliance / Mika Schmidt)

Die Hilfsorganisation "Relief und Reconciliation for Syria" befürchtet ein Erstarken der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) auch im Libanon. In seinem Einsatzgebiet im Norden Libanons werde bereits "demonstrativ die Fahne des Islamischen Staates gehisst", sagte der Gründer der christlich-muslimischen Organisation, Friedrich Bokern.

Aktivitäten und auch Sympathisanten des IS gebe es zur Zeit vor allem im Bekaa-Tal und an der Ostgrenze zu Syrien.

Bokern verwies auf die schwierige Lage des Landes, nicht zuletzt wegen des Flüchtlingsproblems: Der Libanon habe mindestens 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen – das entspreche einem Drittel der eigenen Bevölkerung:

"Wir müssen uns vorstellen, wenn wir in Deutschland 30 Millionen Polen begrüßen würden, wie dann die Situation in diesem Lande aussähe."

In der Region Akkar, in der Bokerns Hilfsorganisation tätig ist, übersteigt die Zahl der Flüchtlinge nach seinen Angaben inzwischen sogar die Zahl der Libanesen.

Entscheidungen  im Konsens

Seine Organisation sei bemüht, in ihrer Arbeit die religiösen Gruppen nicht auseinanderdriften zu lassen – ein Steuerungsausschuss, in dem alle lokalen Gruppen vertreten seien, müsse stets im Konsens entscheiden – mit Erfolg, so Bokern:

"Wir vereinen verschiedene Gemeinschaften um ein gemeinsames Anliegen: Die Zukunft der Jugend. Das ist etwas, auf das sich fast alle einigen können." 

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