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Studio 9 | Beitrag vom 23.02.2016

Facebook-Gründer Zuckerberg in BarcelonaDer Prediger im grauen T-Shirt

Von Marc Dugge

Facebook-Chef Mark Zuckerberg beim Mobile World Congress in Barcelona; Aufnahme vom 22. Februar 2016 (picture alliance / dpa)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg beim Mobile World Congress in Barcelona (picture alliance / dpa)

Auf dem Mobile World Congress stellte Facebook-Chef Mark Zuckerberg seine Vision vom Internet der Zukunft vor. Im grauen T-Shirt sprach er über Drohnen als Internet-Provider und Videos auf Facebook. Dann lobte er Apple.

Natürlich kommt er im grauen T-Shirt. Mark Zuckerberg scheint nichts anderes im Kleiderschrank zu haben. Ein graues T-Shirt hatte er beim Joggen am Sonntagmorgen an. Dann am Abend als Überraschungsgast auf dem Samsung-Event. Und auch jetzt, beim Interview auf dem Mobile World Congress.

"Das Video wird 2016 einen ähnlichen Wandel erleben wie die Nutzung des Smartphones. Im Jahr 2011 wurde etwa Facebook auf einmal nicht mehr am Heim-Computer, sondern vor allem mobil auf Smartphones genutzt. Vor zehn Jahren haben wir vor allem Texte und Fotos miteinander geteilt. Jetzt sind es immer häufiger Videos. In wenigen Jahren werden es vor allem Videos sein!"

Drohnen und ein Satellit

Zuckerberg gibt den Zukunftsprediger. Wie jedes Jahr in Barcelona. Und der Saal ist voll. Wie jedes Jahr. Die Zuschauer aus der Fachwelt scheinen an seinen Lippen zu hängen. Denn vielleicht verändert der Mann im grauen T-Shirt gerade in einem Nebensatz die Online-Welt.

Und das will Zuckerberg erklärtermaßen auch - zum Beispiel mit seinem Lieblingsprojekt internet.org. Damit will er Internet in die armen Regionen der Welt bringen. Allen Hindernissen zum Trotz. Er kündigte an:

"Wir werden in diesem Jahr zum ersten Mal Solar-Drohnen fliegen lassen, die drei bis sechs Monate in der Luft sind und von dort aus für Internetempfang sorgen. Wir werden außerdem den ersten Satelliten über Afrika schicken, um Internet an den Boden zu beamen."

"Natürlich ist das für uns enttäuschend"

Seinen Plänen stehen aber nicht nur technische, sondern auch politische Schwierigkeiten im Weg. Indien hatte Zuckerberg zuletzt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der indischen Regierung gefiel das Programm "Free Basic" nicht. Sie wollte nicht erlauben, dass Zuckerberg die Menschen nur ganz bestimmte Online-Angebote kostenlos nutzen lassen wollte. Darunter war auch Facebook.

"Natürlich ist das für uns enttäuschend. In Indien ist das ein großer Rückschlag. Aber wir lernen daraus, dass jedes Land anders ist. Was in einem Land funktioniert hat, muss in einem anderen nicht unbedingt laufen."

In vielen Staaten laufe das Programm "Free Basic" gut, sagte Zuckerberg.

Er ist es gewohnt, Gegenwind zu bekommen. Manche nennen ihn einen Heuchler. Sie werfen ihm vor, letztlich nur neue Kunden für Facebook gewinnen zu wollen. Zuckerberg weist das zurück. Facebook sei ein Unternehmen, das eine bessere Welt schaffen wolle, beteuerte Zuckerberg.

Unterstützung für Apple

Wie um das zu bekräftigen, stärkt er dem Apple-Chef dieser Tage demonstrativ den Rücken. Der Konzernchef weigert sich, die iPhone-Daten eines getöteten Terroristen für das FBI zu entschlüsseln.

"Ich denke nicht, dass wir für mehr Sicherheit sorgen, indem wir dem Staat Hintertüren öffnen. Wir haben hier ziemlich viele Sympathien für Tim Cook und Apple."

Es ist die letzte Botschaft, die Zuckerberg an diesem Abend los wird - und die für die meisten Schlagzeilen sorgt. Er steht auf, lässt sich beklatschen und verschwindet in seinem grauen T-Shirt durch die Hintertür.

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