Seit 15:05 Uhr Musiktag
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:05 Uhr Musiktag
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 19.01.2015

EU und Russland"Auf beiden Seiten haben Verbohrte die Oberhand"

Knut Fleckenstein im Gespräch mit Liane Billerbeck

Russische Zentralbank in Moskau (picture alliance / dpa / Foto: Smertin Pavel)
Russische Zentralbank in Moskau (picture alliance / dpa / Foto: Smertin Pavel)

Der sozialdemokratische Europaabgeordnete Knut Fleckenstein hat der Europäischen Union vorgeworfen, nicht genügend auf Russland zuzugehen. Ein Nicht-Dialog könne die Probleme nicht lösen, betonte der SPD-Abgeordnete.

Im Deutschlandradio Kultur sagte Fleckenstein, die europäischen Institutionen seien derzeit zu zurückhaltend und nicht genügend bereit, den Kontakt zu Russland zu suchen. Sogar das Präsidium des Europäischen Parlaments beschäftige sich ernsthaft mit der Frage, ob der Vorsitzende des EU-Russland-Kooperationsrates überhaupt nach Moskau reisen solle, kritisiert er. Das zeige, "dass auf beiden Seiten einige Verbohrte immer noch die Oberhand haben".

Der Abgeordnete und Russlandkenner sagte, es gebe eine ganze Reihe von Fragen, bei denen man die Zusammenarbeit mit Moskau erneut suchen könne:

"Es ist die Zeit, darüber zu sprechen, dass es genügend Dinge gibt, die wir miteinander regeln könnten und die wichtig sind für die Menschen bei uns zu Hause und in Russland. Und das wir nicht so tun sollten, als ob ein Nicht-Dialog die Probleme lösen würde."

Die EU sei auf diese Zusammenarbeit angewiesen, um "gute Ergebnisse" zu erzielen, betonte er. Dazu gehöre unter anderem die Situation in der Ukraine und auch die Lage in Syrien und dem Irak. Auch die Situation in Libyen sei sehr besorgniserregend. Bei den Gesprächen mit dem Iran spiele Russland bereits ein positive Rolle, hob Fleckenstein hervor.

Als Bedingung für eine vermehrte Kooperation nannte Fleckenstein allerdings, dass Russland sich an internationale Vereinbarungen halten und die russischen Söldner aus dem Osten der Ukraine abziehen müsse.

 

Mehr zum Thema:

Gernot Erler zur Ukraine-Krise - Sanktionen gegen Russland schaden deutscher Wirtschaft
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 22.12.2014)

Wirtschaft - Umgang mit Russland-Sanktionen
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 15.10.2014)

Interview

Berlinale-Chef Dieter KosslickWie lange bleibt er?
Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in seinem Büro. Vom 11. bis zum 21.02.2016 findet das Filmfestival am Potsdamer Platz statt. (dpa / picture allianace / Michael Kappeler)

Ist das vorstellbar? Die Berlinale ohne den Mann mit dem roten Schal? Seit 16 Jahren leitet Dieter Kosslick das Filmfestival. Doch sein bis 2019 laufender Vertrag wird wohl nicht verlängert. Die Ära Kosslick sei dennoch nicht zu Ende, meint unser Filmexperte Patrick Wellinski. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur