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Kommentar

ZuwanderungsgesetzZu tiefe ideologische Gräben
Eine Schülerin mit Kopftuch aus der Türkei meldet sich im Unterricht am 10.06.2013 in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) im Elsa Brandström Gymnasium. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Die SPD will Einwanderung nach kanadischem Vorbild mit einem Punktesystem regeln. Die Union hat darauf kritisch reagiert. Die ideologischen Gräben zwischen SPD und Union seien zu groß, kommentiert Frank Capellan, als dass die Große Koalition in der Zuwanderungsfrage eine große Aufgabe bewältigen könnte.Mehr

Sebastian EdathyDer Vorverurteilte
Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy äußerte sich auf einer Pressekonferenz. (imago/CommonLens)

Der Prozess gegen Sebastian Edathy wurde eingestellt, juristisch darf er als unschuldig gelten. Am Ende bleibt eine vernichtende Vorverurteilung - gesprochen von Journalisten, Staatsanwaltschaft und der eigenen Partei. Ein Kommentar.Mehr

Mord an Boris NemzowEine Gesellschaft, krank vor Hass
Gedenken an den russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow, der in Moskau unweit des Kremls erschossen wurde. (dpa / picture alliance / RIA Novosti)

Der Kreml und die von ihm gelenkten Medien haben ein Klima geschaffen, in dem Gewalt, Hass und Lüge herrschen. Die russische Gesellschaft verrohe. Noch nach seinem Tod werde der ermordete Kreml-Kritiker Boris Nemzow in den Dreck gezogen, kommentiert Gesine Dornblüth.Mehr

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Politisches Feuilleton

SteinzeiternährungDer Mensch ist, was er isst
Der Kampf von Urmenschen gegen ein Mammut: Das Modell im Maßstab in Originalgröße ist in einem privaten Saurierpark in der ostsächsischen Gemeinde Kleinwelka zu sehen. (picture-alliance/ ZB)

Es gibt Menschen, die gönnen sich nur Lebensmittel, die es schon in der Steinzeit gab. Also Fleisch, Eier, Gemüse und Obst. Warum machen die das bloß, hat sich der Journalist Tiemo Rink gefragt: Sie wollen doch auch nicht vom Mammut zertrampelt werden.Mehr

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Kommentar / Archiv | Beitrag vom 30.05.2012

Energiewende nach Plan

Bisher liegen die Akteure gut in der Zeit

Von Günter Hetzke

Strommasten über Strommasten müssen in den kommenden Jahren für die Energiewende errichtet werden. (AP)
Strommasten über Strommasten müssen in den kommenden Jahren für die Energiewende errichtet werden. (AP)

Tatsache ist: Damit die Energiewende gelingt, ist der Ausbau der Stromnetze eine entscheidende Voraussetzung. Denn ein Grundpfeiler für die Umstellung der Energieversorgung, weg von der Atomkraft, hin zu deutlich mehr Strom als bisher aus erneuerbaren Energien, ist die Stromgewinnung durch Windparks auf dem offenen Meer.

Sie sollen die Hauptlast bei der künftigen Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien tragen. Denn auf hoher See weht stetig eine steife Brise und die Stromerzeugung ist verlässlicher als durch Windräder im Binnenland oder durch die Sonnenkraft.

Nur bleibt eben das Problem, das im hohen Norden zwar reichlich Strom erzeugt werden kann, die Industrie-Ballungsgebiete aber, die Hauptabnehmer also, im Westen und Süden der Republik liegen. Dafür aber sind die derzeit vorhandenen Stromtrassen nicht ausgelegt oder gar nicht vorhanden. Neue Netze braucht das Land. Beim Ausbau allerdings hapert es, so das Jammern und Klagen weiter Teile der Wirtschaft und der Politik, in das nun auch Bundeskanzlerin Merkel eingestimmt hat.

Die Energiewende, sie scheint den Bach runter zu gehen, wenn man all den Schwarzsehern Glauben schenkt, die nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass erst mehrere Dutzend Kilometer neuer Leitungen in Betrieb gegangen sind, wo doch tausende Kilometer benötigt werden. Doch ist dieser vielstimmige Hinweis, ja das Entsetzen über das vermeintliche Schneckentempo wirklich berechtigt? Ist der Industriestandort Deutschland auf bestem Weg, sich international zu blamieren, weil Politik, Behörden und Interessenverbände nicht an einem Strang ziehen?

Fakt ist: Großprojekte brauchen Zeit. Es ist erst gut ein Jahr her, dass das Ziel einer Energiewende verkündet wurde. Im Juli, wenige Wochen nach der Verkündung, hatte die Bundesnetzagentur bereits einen Fahrplan für den Ausbau des Stromnetzes vorgelegt und schon damals war klar: Bevor der erste Spatenstich für den Bau einer neuen Stromtrasse erfolgen kann, vergehen nicht Monate, sondern Jahre. Frühestens 2013 kann, wenn alles reibungslos verläuft, der Ausbau starten. Eine realistische, ja, wenn nicht sogar optimistische Einschätzung, wenn wir daran denken, wie lange ein Planfeststellungsverfahren für ähnliche Projekte dauert, wie den Bau einer Umgehungsstraße, einer Autobahn oder einer neuen Eisenbahnstrecke.

Im Sommer 2012, so damals die Bundesnetzagentur, kann dann wohl ein Plan vorgelegt werden, wo welche Netze benötigt werden, damit die Öffentlichkeit Stellung beziehen und der Gesetzgeber aktiv werden kann. Wir haben Ende Mai 2012 – und heute ist dieser Plan veröffentlicht worden.

Und Geldgeber scheinen auch in den Startlöchern zu stehen, haben doch manche langfristig orientierte Anleger, wie Pensionsfonds oder Versicherungen, Investitionen ins Stromnetz als sichere Anlage mit durchaus beachtlicher Rendite entdeckt.

Den Unkenrufen, die immer nur Probleme und Schwierigkeiten sehen, kann man deshalb nur eines entgegnen: Lasst doch die Kirche im Dorf – der Zeitrahmen stimmt bisher perfekt.