Dienstag, 29. Juli 2014MESZ02:41 Uhr

Länderreport

Wendezeit"Die Fenster aufgestoßen"
Berlin erlebt am 4. November 1989 die größte Demonstration für eine andere DDR. Eine halbe bis eine Million Demonstranten ziehen durch die Innenstadt, vorbei am Palast der Republik mit dem Sitz der Volkskammer und am Staatsratsgebäude zu einer Abschlusskundgebung auf dem Alexanderplatz. "Wende", "Wer ewig schluckt stirbt von Innen" oder "Krenzmann" steht auf Transparenten der Demonstranten.

Berlin, 4. November 1989, Alexanderplatz. Die größte Wende-Demonstration und wohl auch die bunteste. Demonstranten überreichten Blumen an Polizisten, Transparente mit Sprüchen und Forderungen bestimmten das Bild.Mehr

Schleswig-Holstein"Wanke nicht, mein Vaterland"
Blick auf die Eckernförder Bucht und die Schlei

Gehören Schleswig und Holstein wirklich zusammen? Darüber diskutieren die Bewohner auch 170 Jahre nach der Uraufführung ihrer Hymne "Wanke nicht, mein Vaterland". Ein Blick auf den Liedtext und mit ihm verbundene Befindlichkeiten.Mehr

weitere Beiträge

Länderreport / Archiv | Beitrag vom 23.07.2012

Eine Region mit ungewisser Zukunft

Solar Valley in Sachsen-Anhalt

Von Katrin Weller

Der Solarkonzern Q-Cells ist insolvent.
Der Solarkonzern Q-Cells ist insolvent. (picture alliance / dpa - Jan Woitas)

Nach der Wende ging es bergab mit der Chemie- und Braunkohleindustrie, nun muss Bitterfeld-Wolfen eine zweite Pleitewelle verkraften. Im April hat das Solarunternehmen Q-Cells Insolvenz angemeldet, im Mai Sovello, ein anderer Betrieb aus der Solarbranche, die sich in der Region in Sachsen-Anhalt im sogenannten Solar Valley angesiedelt hatte.

Noch hat Q-Cells, der früher weltweit größte Hersteller von Solarzellen, keinen Investor für den ganzen Betrieb gefunden, am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen stehen über 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Bei Sovello sind es 1200 Mitarbeiter, die um ihre Jobs bangen. Einziger Lichtblick bisher: ein chinesischer Solarkonzern hat die Tochter von Q-Cells - Solibro gekauft und will die 430 Beschäftigten übernehmen.

Trotz der Insolvenzen im Solar Valley bleibt der Ortsbürgermeister des Stadtteils Thalheim, Manfred Kressin, optimistisch. Er rührte Ende der 90er-Jahre bei den Solarunternehmern erfolgreich die Werbetrommel für den Standort Bitterfeld-Wolfen. "Die Region ist gestählt", sagt er nun mit Blick auf die Insolvenz. Es sei eine Güte der Region, mit den "Schmerzen" eines Strukturwandels umzugehen. Das habe man aus der Vergangenheit gelernt.


Das Manuskript als PDF-Dokument und im barrierefreien Text-Format