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Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.02.2012

Ein Film für Träumer

Martin Scorseses neuer Film "Hugo Cabret"

Von Jörg Taszman

Szene aus "Hugo Cabret". (Paramount Pictures)
Szene aus "Hugo Cabret". (Paramount Pictures)

Was "The Artist" in Frankreich ist Martin Scorseses Film "Hugo Cabret" für Hollywood: Die Kinderbuch-Verfilmung über einen Jungen, der hinter der großen Uhr im Pariser Bahnhof wohnt, huldigt dem großen Stummfilmkino.

Marin Scorseses liebevolle Hommage an das frühe Stummfilmkino wirkt wie die Antwort Hollywoods an Frankreich auf die französische Hommage "The Artist", die wiederum in Los Angeles spielt. Beide Filme sind nun die Favoriten der diesjährigen Oscarverleihung.

Martin Scorsese nimmt jedoch den staunenden Blick eines Jungen ein. Hugo Cabret (Asa Butterfield) ist ein 12-jähriges Waisenkind , das allein auf dem Pariser Bahnhof Montparnasse lebt. Sein Vater -ein Uhrmacher - kam bei einem Brand ums Leben und sein ständig alkoholisierter Onkel, der die Uhren des riesigen Bahnhofs wartet und aufzieht, verschwindet eines Tages spurlos. Hugo lebt unter dem Dach hinter der größten Uhr und muss sich vor dem Stationsvorsteher (Sacha Baron Cohen) verstecken, der Waisenkinder an die Polizei ausliefert.

Immer wieder versucht Hugo, einen Roboter zu reparieren, den er noch von seinem Vater hat. Eines Tages lernt er Isabelle (Chloé Moretz) kennen, durchstreift mit ihr den Bahnhof und geht mit dem Mädchen gemeinsam ins Kino. Isabelles Onkel (Ben Kingsley), der einen kleinen Laden führt, ist ein mürrischer Mann, den ein Geheimnis umgibt. Bis die Kinder eines Tages herausfinden, dass er George Mélies ist, der vergessene Regisseur von den ersten Meisterwerken des fantastischen Kinos wie "Reise zum Mond".

Mit viel Liebe zum Detail gelingt Martin Scorsese ein kleines Wunder. Seine Verfilmung eines Kinderbuches gewinnt durch die 3D-Technik an Magie und Zauber. Der altmodische Charme von Mechanik, riesigen Zahnrädern, einem fast menschlich wirkenden Roboter wird so sinnlich erfassbar und Scorsese leistet sich mitten im Film auch einmal so ganz "en passant" eine dokumentarische Sequenz, bestehend aus Filmausschnitten der ganz großen (Stumm)Filmpioniere von den Brüdern Lumière über Mélies, Harold Lloyd und Charlie Chaplin. Und so ist Martin Scorsese aus Liebe zum Kino sein warmherzigster und berührendster Film gelungen -für alle großen und kleinen Träumer.

USA 2011. Originaltitel: Hugo. Regie: Martin Scorsese. Darsteller: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Ray Winstone, Emily Mortimer. Ab 6, 126 Minuten.

Filmhomepage "Hugo Cabret"

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Fantasiestadt Paris
"Hugo Cabret"

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