Dienstag, 2. September 2014MESZ06:13 Uhr

Zeitfragen

ProsaIm Vorhof des Verschwindens
Lutz Seiler, deutscher Schriftsteller, Ingeborg-Bachmann-Preistraeger 2007. Aufgenommen am 08.10.2010 in Frankfurt

"Kruso", der erste Roman des Dichters Lutz Seiler, erzählt von der Arche Hiddensee in den Wendewirren und wird zur Allegorie auf die untergegangene DDR.Mehr

Deutsche GeschichteDer Bewältigungsweltmeister
Eine Frau mit buntem Hut steht am 09.12.2013 in Berlin im Nieselregen zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. 

Die deutsche Vergangenheit ist abgeheftet, archiviert, bewältigt - Debatten oder Grabenkämpfe gehören der Vergangenheit an. Aus dem Weltmeister des Mordens ist der Weltmeister des Gedenkens geworden, meint der Historiker Götz Aly.Mehr

"Neue Montagsdemos"Beseelt von kosmischer Energie
Ein Teilnehmer der Montagsdemo am 12.05.2014 in Berlin hält einen Regenschirm mit der Aufschrift "Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit" hoch.

Anfangs von Tausenden Systemgegnern besucht, locken die Montagsdemonstrationen in Berlin aktuell nur noch rund 100 Menschen an. Anhänger von Verschwörungstheorien können sich aber sicher sein, dass sie hier auf Gleichgesinnte treffen.Mehr

weitere Beiträge

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 16.01.2012

Die Welt ist nackt

Wie sich unser Begriff von Privatsphäre verändert hat

Von Michael Meyer

Über seine Onlineaktivitäten gibt man heute mehr von sich preis als früher.
Über seine Onlineaktivitäten gibt man heute mehr von sich preis als früher. (Stock.XCHNG / Brad Martyna)

Die Privatsphäre, der nicht-öffentliche Bereich, in dem ein Mensch unbehelligt von äußeren Einflüssen sein Recht auf freie Entfaltung wahrnimmt, galt vielen einmal als hohes, schützenswertes Gut.

Ob Staat oder privat - durchs Schlüsselloch gucken, an der Tür lauschen, das war verpönt. Doch nach und nach hat sich unsere Vorstellung von Privatsphäre verändert. Der technologische Fortschritt, allen voran das Internet, scheint uns direkt und rasend schnell in das Zeitalter der"postprivacy" zu führen. Lassen wir uns zu sehr darauf ein, aus Bequemlichkeit oder Naivität? Können wir unsere Privatsphäre überhaupt noch verteidigen, wenn wir meinen: Das geht keinen etwas an.

Manuskript zur Sendung als PDF oder im barrierefreien Textformat

Literaturtipp:
Christian Schertz / Dominik Höch: "Privat war gestern"
Ullstein Verlag, 2011

Joachim Güntner: "Privatsphäre"
Essay zu beziehen über: www.vontobel-stiftung.ch

Links:

Kunstprojekt "Ich bin keiner- das Ende der Privatheit"
www.publicisthenewprivate.com

Sicherheit im web
www.watchyourweb.de


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