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Die Welt ist nackt

Wie sich unser Begriff von Privatsphäre verändert hat

Von Michael Meyer

Über seine Onlineaktivitäten gibt man heute mehr von sich preis als früher.
Über seine Onlineaktivitäten gibt man heute mehr von sich preis als früher. (Stock.XCHNG / Brad Martyna)

Die Privatsphäre, der nicht-öffentliche Bereich, in dem ein Mensch unbehelligt von äußeren Einflüssen sein Recht auf freie Entfaltung wahrnimmt, galt vielen einmal als hohes, schützenswertes Gut.

Ob Staat oder privat - durchs Schlüsselloch gucken, an der Tür lauschen, das war verpönt. Doch nach und nach hat sich unsere Vorstellung von Privatsphäre verändert. Der technologische Fortschritt, allen voran das Internet, scheint uns direkt und rasend schnell in das Zeitalter der"postprivacy" zu führen. Lassen wir uns zu sehr darauf ein, aus Bequemlichkeit oder Naivität? Können wir unsere Privatsphäre überhaupt noch verteidigen, wenn wir meinen: Das geht keinen etwas an.

Manuskript zur Sendung als PDF oder im barrierefreien Textformat

Literaturtipp:
Christian Schertz / Dominik Höch: "Privat war gestern"
Ullstein Verlag, 2011

Joachim Güntner: "Privatsphäre"
Essay zu beziehen über: www.vontobel-stiftung.ch

Links:

Kunstprojekt "Ich bin keiner- das Ende der Privatheit"
www.publicisthenewprivate.com

Sicherheit im web
www.watchyourweb.de


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