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Thema / Archiv | Beitrag vom 21.06.2011

"Die Menschen wollen eine Zukunft haben"

Medienprofessorin Panagiotopoulou: Politische Krise in Griechenland ist gravierender als ökonomische

Proteste in Athen gegen den Sparkurs der Regierung (dpa / picture alliance / Alexandros Beltes)
Proteste in Athen gegen den Sparkurs der Regierung (dpa / picture alliance / Alexandros Beltes)

Die Soziologin und Medienprofessorin an der Universität Athen, Roy Panagiotopoulou, sieht Griechenland in einer tiefen politischen Krise.

Panagiotopoulou verwies auf das tiefe Misstrauen der Bürger gegenüber Politik und Medien. Untersuchungen zufolge trauten 70 Prozent dem Fernsehen nicht und mehr als 65 Prozent der Presse. Über 90 Prozent der Griechen misstrauten den politischen Parteien. "Das ist unser Problem." Die politische und Systemkrise sei "viel wichtiger als die ökonomische Krise". Den Vertrauensverlust erklärte die Wissenschaftlerin mit der engen Verflechtung zwischen den politischen Parteien und den traditionellen Medien sowie deren fehlender Unabhängigkeit. Die Medien gehörten großen Konzernen und seien von diesen "benutzt worden, damit sie die Parteien und die Politik erpressen, um verschiedene Maßnahmen oder Begünstigungen" für die Konzerne zu erreichen.

Laut Panagiotopoulou bildet sich derzeit aber eine Gegenöffentlichkeit heraus. Auf der Internetseite www.real-democracy.gr informierten neben Journalisten auch viele Bürger, die sich seit Wochen auf Straßen und Plätzen versammelten, um über die Zukunft des Landes zu diskutieren. Zwar würden noch keine konkreten politischen Alternativen formuliert, es werde aber immer deutlicher, "dass die Leute nicht mehr dieses Spiel mitmachen wollen. (...) Sie wollen aus der Krise raus. Sie wollen aus den Skandalen raus. Sie wollen irgendwie eine Zukunft haben."

Sie können das vollständige Gespräch mit Roy Panagiotopoulou mindestens bis zum 21.11.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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