Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Aktuell / Archiv | Beitrag vom 18.06.2015

Die #kunstjagdWo steckt das verschollene Gemälde?

TV-Doku / Radio-Podcast / Vimeo-Channel / WhatsApp-Broadcasting / Social-Media / Print-Reportage

Kunstjagd (FtM)
#kunstjagd begibt sich auf die Suche nach der "Mona Lisa" der Familie Engelberg (FtM)

Ein Bildnis, das über 30 Menschenleben rettete und seit fast acht Jahrzehnten verschwunden ist. Ein Fluchtkunst-Fall, der aus der Gegenwart mitten hinein führt in die deutsche Vergangenheit. Eine transmediale Spurensuche, die Zuschauer, Zuhörer und Leser zum Teil der Recherche macht. Das ist: die #kunstjagd

Die Geschichte

Wenn die Familie Engelberg sich heute bei Großvater Edward in Portland, Oregon, versammelt, dann blicken sie auf das Gemälde, das sie nur "unsere Mona Lisa" nennen. Es zeigt das Portrait einer Frau. Eigentlich müssten dort zwei Gemälde aus derselben Serie hängen. Aber das zweite Gemälde ist nicht mehr im Besitz der Familie. Das zweite Gemälde ist der Grund, dass sie überhaupt am Leben sind, die vier Generationen der Engelbergs, mehr als 30 Menschen.

München 1938: Am Morgen nach der Reichspogromnacht kommt die Gestapo, um den jüdischen Kaufmann Jakob Engelberg zu verhaften. Die Beamten verschleppen ihn ins KZ Dachau. Zwei Wochen nach der Verhaftung ihres Mannes nimmt Paula Engelberg eines der beiden Gemälde von der Wand und verlässt die Wohnung. Am selben Tag kommt sie mit einem Visum für die Schweiz zurück. Mit ihm erreicht sie bei der Gestapo, dass ihr Mann aus dem KZ frei kommt. Mit ihren Kindern fliehen die Engelbergs über die Schweiz in die USA. Aber was wurde aus dem lebensrettenden Gemälde? Wo steckt es heute, fast 80 Jahre später?

Auszug aus dem Münchner Adressbuch von 1938, die Engelbergs wohnten damals in der Thierschstraße 7 (Follow the Money)Auszug aus dem Münchner Adressbuch von 1938, die Engelbergs wohnten damals in der Thierschstraße 7 (Follow the Money)

Die Suche

Am 21. Mai 2015 berichten wir mit unseren Medienpartnern, dem Bayerischen Rundfunk (BR), dem Schweizer Rundfunk und Fernsehen (SRF), dem ORF, der Süddeutschen Zeitung und dem Deutschlandradio Kultur über den Fall Engelberg. Dann begeben wir uns auf eine sechs- bis achtwöchige Suche, fahren an die historischen Orte und folgen der Spur des Gemäldes und der Spur des Visums. Jede Woche veröffentlichen wir auf www.kunstjagd.com eine Episode unserer Podcast-Serie und einen kurzen Film über unseren Fortschritt. Unser Publikum kann uns außerdem live über Social Media begleiten, Hinweise geben und so zum Teil der #kunstjagd werden.

Ein Brief von Otto Th. W. Stein an einen seiner Sammler, versteckt auf der Rückseite eines der Bilder von Bettina Leder (Follow the Money)Ein Brief von Otto Th. W. Stein an einen seiner Sammler, versteckt auf der Rückseite eines der Bilder von Bettina Leder (Follow the Money)
Die große Frage ist natürlich, ob wir sie wirklich finden, die "Mona Lisa" der Engelbergs. Die ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht. Das Ende ist offen. Und genau das ist der Reiz. Denn selbst wenn das Gemälde am Ende verschollen bleibt, entsteht ein Fortsetzungskrimi, an dem unser Publikum interaktiv teilhaben kann.

Die Macher

Follow the Money (FtM) ist ein journalistisches Recherche-Startup, das nach Antworten auf klare, instinktiv fesselnde Fragen zu Themenkomplexen sucht, die alle angehen. Dabei wird der Weg zur Geschichte zur eigentlichen Story. FtM setzt auf transmedial und seriell erzählten, technisch innovativen und vor allem offenen Journalismus: Die Reporter nehmen den Zuschauer, Hörer und Leser mit auf ihre Recherche, machen ihn zum Komplizen ihrer Arbeit. Dafür legen sie den Rechercheprozess offen und laden zum Mitmachen ein. Die Reporter sind keine allwissenden Erzähler, sondern Menschen mit Fehlern, die eben auch mal der falschen Spur folgen oder sich in Sackgassen verrennen. Journalismus als Prozess, nicht als verkündete Wahrheit, das ist das Ziel.

Die Kunstjäger Sara Weber, Marcus Pfeil, Christian Salewski und Fredy Gareis. (Follow the money)Die Kunstjäger Sara Weber, Marcus Pfeil, Christian Salewski und Fredy Gareis. (Follow the money)

Die Suche als Podcast-Serie

Die Suche im Radio

Die Kunstjäger unterwegs nach München (Follow the Money)Die Kunstjäger unterwegs nach München (Follow the Money)

 

Die beiden Gemälde von Otto W. Stein (Follow the Money)Die beiden Gemälde von Otto W. Stein (Follow the Money)

War die Suche erfolgreich? Gespräch mit Christian Fuhrmeister:

Die Suche als Film

Zur Filmpremiere mit 120 Gästen im Jüdischen Museum München war auch Stephen Engelberg, der Sohn des Zeitzeugen Edward Engelberg, aus New York angereist.
Die große Überraschung des Abends: das Team von Follow the Money überreichte ihm das gefundene Gemälde als Geschenk des heutigen Besitzers.

Filmplakat: #kunstjagd (Follow the Money)Filmplakat: #kunstjagd (Follow the Money)

 Überraschender Ausgang - Gespräch mit Eberhard Schade:

Mehr zum Thema:

Podcast-Feed

Studio 9

Berufsausbildung Niemand möchte Orthopädiemechaniker werden
Werkstatt eines VW-Autohauses in Fürstenwalde (Brandenburg) (picture alliance/dpa - Patrick Pleul)

Viele angehende Lehrlinge wollen KFZ-Mechatroniker, Verkäufer oder Bürokaufmann werden. Bei niemandem stehen etwa Orthopädiemechaniker oder Hörgeräte-Akustiker auf der Wunschliste. Warum eigentlich nicht? Kennen die jungen Menschen diese Berufe überhaupt? Mehr

Autofrei oder Verkehrchaos?Der Streit um das Pariser Seine-Ufer
Blick vom Eiffelturm auf die Innenstadt von Paris (picture alliance / Daniel Kalker)

Der Lärm, die Feinstaubkonzentration: Millionen Autos sind täglich in Paris unterwegs. Die Bürgermeisterin der Stadt, Anne Hildago, will dagegen ansteuern. Das rechte Ufer der Seine soll für den Autoverkehr gesperrt werden. Darüber soll der Pariser Stadtrat am Montag abstimmen. Mehr

Chinesische MauerDer große Pfusch
Die Chinesische Mauer (dpa / picture alliance)

Murks statt Qualität: Die streckenweise ausgesprochen nachlässige Restauration der Chinesischen Mauer sorgt für viel Hohn und Spott. Experten sind entsetzt, aber sie können dem Pfusch auch Gutes abgewinnen. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur