Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton
 
 

Nachspiel | Beitrag vom 07.02.2016

Die Geschichte des MedizinballsEin Schwergewicht für viele Fälle

Von Günter Herkel

Beitrag hören
Medizinball in einer Turnhalle. (imago)
Bringt bis zu zehn Kilo auf die Waage: der Medizinball (imago)

Generationen von Schülern wurden mit ihm malträtiert. Felix Magath verdankt seinen Spitznamen "Quälix" nicht zuletzt der Vorliebe für dieses unhandliche Trainingsgerät. Am Medizinball scheiden sich bis heute die Geister.

Seine Spuren reichen zurück bis zum US-amerikanischen Boxsport im 19. Jahrhundert. In Deutschland tauchte er nach dem Ersten Weltkrieg auf, importiert und propagiert von zwei profilierten Sportlehrern: Carl Diem, dem späteren Organisator der Olympischen Spiele von 1936 und Hans Surén, dem Begründer der "Deutschen Gymnastik". Die Erfolgsstory des Medizinballs ist eng verknüpft mit der deutschen Sport-, Politik- und Medizingeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Als Trainingsgerät sollte er Kraft, Schnelligkeit und Geschmeidigkeit fördern. Zu medizinischen Zwecken wurde er in Therapie, Reha und der Prophylaxe von chronischen Krankheiten eingesetzt. Die Gesundheitspolitiker der Weimarer Republik und der NS-Zeit erhofften sich von ihm wehrtüchtige Männer und gebärfähige Frauen.

Im heutigen Schulsport eher eine Randerscheinung, erlebt der Medizinball im Profisport und in Fitnessstudios derzeit eine kleine Renaissance.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Mehr zum Thema

Diabetes im Leistungssport - Erfolg mit Zucker?
(Deutschlandradio Kultur, Nachspiel, 31.01.2016)

Stattgarde Colonia Ahoj - Die Männer-Tanzgruppe von Köln
(Deutschlandradio Kultur, Nachspiel, 31.01.2016)

Fit fürs All - Astronauten im Training
(Deutschlandradio Kultur, Nachspiel, 24.01.2016)

Nachspiel

Göttersport ohne NachwuchsSumo-Ringen in der Krise
Wettbewerb der Sumo-Ringer in Tokio (EPA / Franck Robichon)

Sumo-Ringen gilt als "Sport der Götter" und ist wichtiger Bestandteil der japanischen Identität. Doch Sumo-Ringer müssen viel auf die Waage bringen. Das hat gesundheitliche Konsequenzen. Und macht den Sport weniger attraktiv.Mehr

Glücksgefühle im SportVon Askese und Ekstase
Frauen und Männer praktizieren ein Pilates-Fitness-Training. (picture alliance / dpa / Keystone Arno Balzarini)

Verleihen Goldmedaillen Glücksgefühle? Oder sind es eher die zähen Trainingsstunden, die einen Sportler begeistern? Eins scheint klar: Ohne asketische Momente und Trainingsqualen gibt es selten ein richtiges Gefühlshoch.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur