Seit 03:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 03:00 Uhr Nachrichten
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.07.2012

Die ewige Jagd nach der Nuss

Der vierte Streich kommt ins Kino: "Ice Age 4 - Voll verschoben"

Von Hannelore Heider

Das Eichhörnchen spaltet bei seiner Jagd nach der Nuss dieses Mal den Planeten. (2011 Twentieth Century Fox)
Das Eichhörnchen spaltet bei seiner Jagd nach der Nuss dieses Mal den Planeten. (2011 Twentieth Century Fox)

Eigentlich kann man mit den Ice Age-Filmen ja nicht viel falsch machen - so könnte man meinen. Doch "Ice Age 4" enttäuscht: plumpe Witze, dünne Story. Glaubwürdig und wirklich witzig oder zu Herzen gehend, ist hier nichts.

So skeptisch man als Zuschauer auch der Fortsetzungsflut auf unseren Kinoleinwänden gegenüber stehen mag, bei der Ice Age-Serie ist man eigentlich ohne Arg. Was soll schon passieren, wenn das prähistorische Eichhörnchen am Anfang wieder seiner Nuss hinterher jagt, die Mammute noch eine allerliebste Familie mit dem Faultier Sid und Säbelzahntieger Diego bilden und irgendwer sich eine neue Bedrohung für diese Idylle ausdenkt, damit auch das vierte Abenteuer ins Rollen kommt.

Und genauso geht's auch los. Die furiose Jagd des Eichhörnchens dauert sogar noch ein bisschen länger, und das kleine Tier schafft Großes - es spaltet mit der Nuss die Kontinente auf, worauf die Mammutfamilie getrennt wird: Vater Manni, Sid und Diego treiben auf einer Eisscholle im Meer und stoßen da auf eine ganze Meute böser Piraten, während Mutter und Mammuttochter Peaches zum Retter der von Erdspalten und vorrückenden Bergmassiven bedrohten Tierwelt werden. Zwei Abenteuer also, bis alle wieder vereint sind. Zwei mal wirklich grandios animierte Action, die aber so klamaukig, rüde und gewalttätig wirkt, dass gerade den kleinen Zuschauern hören und sehen vergehen wird.

So ist der Piratencaptain ein furchterregender Orang Utan, der auf seinem aus einem Eisberg gebauten Schiff eine ganze Schar von Sklaven knechtet. Und als wäre ein dumm-dreistes Faultier nicht genug, bekommt Sid auch noch seine unappetitliche Oma aufgehalst - glaubwürdig, wirklich witzig oder zu Herzen gehend, ist hier nichts.

Wenn sich die pubertierende Peaches mal kurz in einen eitlen Karl verlieben muss oder der alte Säbelzahntiger eine junge Mieze vor die Nase gesetzt bekommt, ist das für den Zuschauer sofort als lässige Zutat auszumachen, und dass am Ende alles gut ausgeht, steht nie in Zweifel.

"Ice Age 4 - Voll verschoben" ist leider eine Enttäuschung, weil nicht nur die Story sehr dünn ist, sondern weil vor allem dem Ausarbeiten der Figuren und ihrer witzigen Kommunikation zu wenig Sorgfalt geschenkt wurde.

USA 2012. Regie: Steve Martino, Mike Thurmeier. Stimmen: Otto Waalkes, Thomas Fritsch, Arne Elsholz. 86 Minuten, o. A.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

"Ice Age 3"
"Ice Age 3"

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsErzwungener Striptease für die Freiheit?
Eine Frau mit Kopftuch und T-Shirt badet am 21.07.2016 am Strand von Norddeich (Niedersachsen) in der Nordsee.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Vier bewaffnete Männer umstehen am Strand von Nizza eine Frau – und zwingen sie einen Teil ihrer Verhüllung abzulegen. Ein schreckliches Bild, schreibt darüber Andreas Rosenfelder in der "Welt": Darin ein Symbol unserer Freiheit zu sehen, will ihm nicht gelingen.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Visual Lead AwardsMit Fotografien neue Erzählformen finden
Die Deichtorhallen präsentieren vom 27. August bis 30. Oktober 2016 alle Nominierten und Gewinner des Visual Lead Awards. (Tamara Göbel)

Auch in diesem Jahr werden in den Hamburger Deichtorhallen die Nominierten und Gewinner der Visual Lead Awards ausgestellt: Die besten Fotoreportagen, Anzeigen und Websites, die 2015 in Deutschland erschienen sind. Einige findet unsere Autorin herausragend. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur