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Radiofeuilleton - Kino und Film / Archiv | Beitrag vom 16.12.2012

"Die Abenteuer des Huck Finn"

Im Anschluss an "Tom Sawyer" präsentiert Regisseurin Huntgeburth nun die Fortsetzung

Von Bernd Sobolla

Huck (Leon Seidel, li.) und Jim (Jacky Ido, re.) in ihrem Versteck. (Majestic / Tom Trambow)
Huck (Leon Seidel, li.) und Jim (Jacky Ido, re.) in ihrem Versteck. (Majestic / Tom Trambow)

Die deutsche Regisseurin Hermine Huntgeburth hat sich an Mark Twains berühmtesten Werken versucht: Im letzten Jahr erschien ihre Version von "Tom Sawyer", die von der Kritik sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Nun folgt mit "Die Abenteuer des Huck Finn" der zweite Streich.

"Die Witwe Douglas ist gar nicht so übel. Wenn Miss Watson bloß nicht den ganzen Tag an mir rumnörgeln würde: Sitz gerade, nack, nack! Wasch dir die Ohren, nack, nack! Du, du kennst ja nichts anderes, Jim. Du bist ein Sklave. Aber ich, ich war mal ein freier Mann. Aber jetzt, wo ich reich bin, da bin ich nicht mehr frei."

Gleich zu Anfang wird klar: In "Die Abenteuer des Huck Finn" geht es nicht nur um Abenteuer und Lausbubenstreiche, sondern es geht auch um Zeitgeschichte: Denn wir befinden uns in der Mitte des 19. Jahrhunderts, es gibt Millionen Sklaven, und Jim, der Bedienstete im Haus von Miss Watson, ist einer von ihnen.

"Du Armer! Ich bin nicht reich, nicht frei, nicht weiß. Ich bin ein richtiger Glückspilz."

Und während Huck versucht, sich seine Freiheit zu erhalten und wann immer es geht, aus dem Haus stiehlt, klopfen eines Tages Sklavenhändler an die Tür.

"Ich kenne da einen Zirkusdirektor, der sucht immer was Besonderes. / Einen Zirkus? Sie wollen unseren Jim an einen Zirkus verkaufen? / Oben in St. Louis wäre so einer eine große Nummer, Mr. Douglas. Hat Kraft wie ein Ochse. / Viel zu schade für ein Haushalt. / Jim ist nicht zu verkaufen, für kein Geld der Welt. / 200 Dollar! / Wie viel?"

Und auch Huck droht Ungemach: Sein Vater, ein brutaler, gieriger Trunkenbold, taucht in St. Petersburg auf. Er hat es auf Hucks Geld abgesehen und rennt dafür sogar dem Richter hinterher.

"Das Geld ist von meinem Junior und gehört damit mir. Ich habe ein Anrecht darauf. Ich bin sein Vater."

Huck flieht vor seinem Vater und Jim vor den Sklavenhändlern. Auf einem Floß den Mississippi runter, machen sie sich auf den gefährlichen Weg nach Cairo. Von dort wollen sie nach Ohio, wo die Sklaverei verboten ist und beide frei leben könnten.

"Ich in eine arme Sau, wie Du. / ... Ja. Du bist eine arme weiße Sau, und ich bin eine arme schwarze Sau."

Hermine Huntgeburth hat ein unglaubliches Schauspielerensemble versammelt: Neben den Kinderstars Leon Seidel und Louis Hofmann spielen August Diehl und Jacky Ido; Heike Makatsch, Margit Bendokat und Rosalie Thomass, Henry Hübchen Milan Peschel und Andreas Schmidt, Michael Gwisdek und Kurt Krömer. Wichtiger aber noch: Es ist der Filmemacherin gelungen, einen anspruchsvollen und zugleich unterhaltsamen Kinderfilm zu drehen, ohne das anarchistische Moment der Romanvorlage zu verlieren.

"Freiheit! Huckleberry Finn ist wieder frei."

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