Donnerstag, 21. August 2014MESZ22:00 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie Frau der Stunde
Die finnisch-estnische Autorin als Ehrengast während eines Interviews im Gresham Palast auf dem 21. Budapest International Book Festival in Budapest, Ungarn, am 24. April 2014. 

Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Welt" widmen sich der prophetischen Kraft des neuen Romans der finnisch-estnischen Autorin Sofi Oksanen. Und die "FAZ" lässt einen hochrangigen Vertreter des Islamischen Staates zu Wort kommen. Mehr

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Fazit

AtonalEchos von der Schweinehaut
Der Eingang zum Club Tresor in der Köpenicker Straße in Mitte am 12.02.2009 in Berlin während der Party "Transducers! Berlin - London - Wien" von Filmbranche und elektronischer Musikszene

Das Festival Berlin Atonal startete im Berliner Club Tresor mit dem Ensemble Modern und Klassikern der Minimal Music. Es klang nach einer Verneigung vor historischen Größen elektronischer Musik. Mehr

Tanz im AugustBewegung, Unterhaltung, Punk

Der Brite Michael Clark, seit 30 Jahren als "Revoluzzer" des klassischen Balletts bekannt, sorgt beim Tanzfestival "Tanz im August" in Berlin für einen ersten Höhepunkt. Bei ihm wird Punk Design.Mehr

BerlinLokalfürstin winkt mit der Regel-Keule
 Rosa Rollkoffer mit Stoffpinguin am 03.10.2013 vor dem Reichstagsgebäude

Vorgaben, Verhaltensgrundsätze und natürlich Verbote sind das Revier der Lokalfürsten. Nun hat auch mal wieder eine Berliner Ortsteilpolitikerin zugeschlagen. Kopfschüttelnd empört sich eine Bezirksbürgermeisterin über Rollkoffer.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.04.2005

Der Mann aus dem Hotel Ruanda

Porträt von Paul Rusesabagina

Von Jörg Taszman

Paul Rusesabagina bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, 17.2.2005
Paul Rusesabagina bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, 17.2.2005 (AP-Archiv)

Diese Woche kommt mit "Hotel Ruanda" ein Film in die Kinos, der die Geschichte von Paul Rusesabagina erzählt, ein Hutu der mit einer Tutsi-Frau verheiratet war und in den schrecklichen 100 Tagen im Sommer 1994 über 1200 Menschen, vor allem Tutsi, das Leben rettete. Im Februar zur Berlinale kam Paul Rusesabagina nach Berlin.

Seit 1996 lebt Paul Rusesabagina in Brüssel und er bezeichnet sich als politischen Flüchtling. Während seine Geschichte durch den Film "Hotel Ruanda" um die Welt geht und er im Westen als Held gefeiert wird, sieht er sich selbst viel nüchterner. Und in seiner Heimat Ruanda haben ihm die neuen Machthaber eher misstraut und ihn bedroht. Wie sieht er dort heute die politische Lage?

Paul Rusesabagina: "Ich würde nicht sagen, dass sich etwas verbessert hat. Ruanda ist immer noch Ruanda. Die Situation heute sieht so aus, dass es Sieger und Verlierer gibt. Damit hat sich jedoch die Lage nicht verbessert. Man kann niemals von Demokratie sprechen, wenn eine Minderheit das Sagen hat, die mit Mitteln der Einschüchterung regiert. "

Sehr sachlich erklärt Paul Rusesabagina die Ursachen, die zum Völkermord führten. So hatten die weißen Kolonialherren, die Belgier den Rassismus zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu und der Minderheit der Tutsi erst entfacht, in dem sie die Tutsi besser stellten. In einer quasi feudalen Gesellschaft waren die Tutsi gebildeter und verfügten auch über mehr wirtschaftliche Macht und Landbesitz.

Die Unabhängigkeit 1959 war dann eher eine Hutu-Revolution. Viele Tutsi emigrierten, gründeten im Dschungel eine Rebellenarmee und kämpften gegen die Hutu-Regierung. Als es dann 1994 zu einem Friedensabkommen kam und die UN Truppen nach Ruanda schickte, glaubte Paul Rusesabagina, der Frieden sei gekommen. Aber nachdem Hutu-Militärs nach Unterzeichnung des Abkommens den eigenen Präsidenten in seinem Flugzeug abschossen und dafür die Tutsi verantwortlich machten, brach der organisierte Völkermord aus.

Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben.Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben. (AP)Der Westen evakuierte nur die weißen Nicht-Afrikaner und zog die wenigen UN Soldaten aus Ruanda ab. Auch heute geschehen in Afrika Völkermorde wie im Kongo. Und wieder gelingt es der UNO nicht angemessen zu reagieren. Was aber könnte Afrika helfen?

Rusesabagina: "Afrikaner sollten nicht von Verbrechern regiert werden, von Schlägertypen, die aus dem Dschungel kommen. Sie zerstören alles. Und unterstützt werden sie immer von einer westlichen Supermacht. Das ist das größte Problem überall in Afrika. Die UN müsste eine eigene Armee haben, die effektiv ist und auch eingreift. "

Paul Rusesabagina sagt heute die Geschehnisse während des Völkermordes und das Verhalten des Westens haben aus ihm einen sehr viel misstrauischeren Mann gemacht. Seit neun Jahren lebt er nun in Belgien. Wann, glaubt er, wird man Afrikaner im Westen endlich ernst nehmen?

Rusesabagina: "Wir sollten alle zu euch in den Westen kommen und uns dort mit euch vermischen. Nur so werdet ihr uns respektieren und unsere Werte kennen lernen. Erst wenn ihr unsere Werte kennen lernt, werdet ihr uns respektieren. "

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Externe Links:

Hotel Ruanda - Filmhomepage