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Lesart / Archiv | Beitrag vom 02.09.2014

DDR-GeschichteEin kleines Stück Freiheit

"Kruso" - der erste Roman von Lutz Seiler

Lutz Seiler im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Lutz Seiler, deutscher Schriftsteller, Ingeborg-Bachmann-Preistraeger 2007. Aufgenommen am 08.10.2010 in Frankfurt (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)
Lutz Seiler hat seinen ersten Roman veröffentlicht. (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Bislang gab es nur Gedichte und einige Erzählungen von ihm. Jetzt hat Lutz Seiler, geboren 1963 in Gera, seinen ersten Roman geschrieben: "Kruso" hat nicht nur fast 500 Seiten, sondern wurde gleich in die engere Auswahl für den Deutschen Buchpreis gewählt.

Seiler beschreibt die Atmosphäre auf Hiddensee im Jahr 1989, also kurz vor dem Ende der DDR. Die Ostsee-Insel war ein Rückzugs- und Sehnsuchtsort, so Seiler: "Von diesen Sehnsuchtsorten gab es nicht allzu viele in der DDR. Im Grunde gab es nur diese eine richtige Insel – also eine Insel, zu der man mit einem Schiff fahren konnte, die mitten im Meer lag und liegt – das war sozusagen das Maximum an Exotik, was man kriegen konnte innerhalb der Grenzen."

In dieser Enklave konnten unabhängige Geister ein kleines Stück individuelle Freiheit leben - und sei es als Tellerwäscher in einer Kneipe. So wie der Autor Lutz Seiler selbst, nämlich in der Gaststätte "Klausener"; so wie der Held in seinem Roman, der dort auf Alexander Krusowitsch trifft, kurz: "Kruso". Und der steht nun auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. 

Lutz Seiler hat 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt erhalten und soeben den Uwe-Johnson-Preis.

Programmtipp: Am Freitag, 05. September, um 19.30 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur das Feature "Im Vorhof des Verschwindens. Der Lyriker und Romancier Lutz Seiler" von Michael Opitz.

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