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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 10.12.2014

Claudia KemfertWie verändert die Energiewende Deutschland?

Umweltökonomin sieht massive Stimmungs- und Panikmache gegen Öko-Energien

Moderation: Ulrike Timm

Porträtbild von Claudia Kemfert (picture alliance / dpa/ Fredrik von Erichsen)
Claudia Kemfert ist Expertin für Energiefragen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (picture alliance / dpa/ Fredrik von Erichsen)

"Die Zukunft ist erneuerbar!" Davon ist Claudia Kemfert überzeugt. Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist die 45-Jährige zuständig für das Thema Energie. "Im Gespräch" erklärt sie den Strommarkt und die Folgen der Energiewende.

"Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst niemals in Deinem Leben zu arbeiten." So lautet der Wahlspruch der Umweltökonomin Claudia Kemfert, frei nach dem chinesischen Lehrmeister Konfuzius.

Die gebürtige Oldenburgerin hat eine steile Karriere hingelegt: Mit Anfang 30 war sie die erste deutsche Juniorprofessorin überhaupt, mit Mitte 30 ordentliche Professorin für Umweltökonomie. Seit 2004 leitet die heute 45-Jährige die Abteilung für Energie, Verkehr und Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

In dem Buch "Kampf um Strom" verteidigt sie die Energiewende

In ihren Vorträgen und Büchern spricht sie sich deutlicher als viele ihrer Kollegen für die Energiewende aus. Sie hat sogar ein Buch geschrieben, um die Energiewende zu verteidigen: "Kampf um Strom".

Folgt man ihrer Darstellung, dann kämpft die alte Energiewelt mit ihren riesigen Kohle- und Atomkraftwerken seit langer Zeit vehement gegen die neue Energiewelt, in der auf kleine, dezentrale Produktionseinheiten gesetzt wird. Zwei Geschäftsmodelle, die nicht zusammengehen und in Konkurrenz zueinander stehen.

Öko-Energien werden von Vertretern der alten Energiewelt gezielt schlecht geredet

Dabei wird aber nicht mit offenem Visier gekämpft: Die Gegner der Energiewende erklären ihre Gegnerschaft nicht offen. "Sie sagen: 'Wir sind für die Energiewende, aber ...'. Und dann kommen Vorschläge, die der Energiewende nicht zugute kommen, sondern sie eher behindern", sagte Kemfert im Deutschlandradio Kultur.

Die Wende werde schlecht geredet, ihr werde ein Imageproblem angedichtet. Öko-Energien würden stigmatisiert als "Sündenbock" für alle möglichen, angeblichen Probleme - "die aber so gar nicht wiederzufinden sind in der Realität", erklärte Kemfert. "Das ist schon etwas, was man als Stimmungsmache bezeichnen kann und auch als Panikmache."

 

Claudia Kemfert (Expertin für Energiefragen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung) zu Gast in der Sendung "Im Gespräch" im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)Claudia Kemfert zu Gast in der Sendung "Im Gespräch" im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)

Auf diese Weise räumt Kemfert mit Mythen und Vorurteilen rund um die regenerativen Energien auf. Ihre Überzeugung: "Die Zukunft ist erneuerbar." Die Energiewende biete jede Menge wirtschaftliche Chancen.

Mehr zum Thema:

Klima - Droht die Energiewende zu scheitern?
(Deutschlandradio Kultur, Wortwechsel, 05.12.2014)

Energiewende - Auslagerung der alten Strom-Welt
(Deutschlandradio Kultur, Kommentar, 01.12.2014)

Energiewende - Eon will sich neu ausrichten
(Deutschlandfunk, Aktuell, 30.11.2014)

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