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Kompressor | Beitrag vom 21.07.2014

Chinas FilmbrancheNeue Generation von Regisseuren

Christoph Terhechte über die Situation des chinesischen Films

Moderation: Timo Grampes

Der chinesische Regisseur Diao Yinan bei einer Pressekonferenz während der 64. Internationalen Filmfestspiele in Berlin, Februar 2014 (picture alliance / dpa)
Der chinesische Regisseur Diao Yinan bei einer Pressekonferenz während der 64. Internationalen Filmfestspiele in Berlin, Februar 2014 (picture alliance / dpa)

Am Donnerstag startet der Berlinale-Sieger "Feuerwerk am hellichten Tag" von Yinan Diao. Damit sei der unabhängige chinesische Film im großen Kino angekommen, sagt Christoph Terhechte, Leiter des Internationalen Forum des Jungen Films der Berlinale.

Der Berlinale-Sieger "Feuerwerk am hellichten Tag" dokumentiere den Willen einer neuen Generation von Filmemachern, endlich auch in den eigenen Kinos gesehen zu werden, sagte Terhechte in der Sendung "Kompressor" im Deutschlandradio Kultur. Bereits Ende der 90er-Jahre habe die Arbeit einer neuen Generation mit unabhängig produzierten Filmen begonnen:

"Die Chinesen selber haben das eine digitale Revolution genannt."

Diese Filme seien in China gar nicht zu sehen gewesen, sondern nur international wahrgenommen worden: "Und natürlich haben sie dann irgendwann gedacht: 'Das ist doch zu schade, dass wir unsere Filme nur machen für die Zuschauer in Cannes, Venedig und Berlin. Und wir wollen doch auch hier am Markt reüssieren.' Das ist jetzt sozusagen der Endpunkt dieser Entwicklung. Das unabhängige chinesische Kino ist angekommen im großen Kino."

Christoph Terhechte (dpa / Soeren Stache)Christoph Terhechte (dpa / Soeren Stache)Unterschwellige politische Botschaften

Es habe in dieser Zeit auch eine Hinwendung zum Genrekino gegeben, das bisher in China kaum vorgekommen sei, meinte Terhechte. Der mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnete Film "Feuerwerk am hellichten Tag" sei eine schöne stilistische Verbindung zwischen sozialkritischen Elementen des chinesischen Kinos und bestimmten Genre-Elementen. Darüber seien schon immer politische Botschaften "unterschwellig transportiert" worden. Wie konnte der Film überhaupt die chinesische Zensur passieren?

"Ich glaube, dass da so eine Art Abnutzung auch stattgefunden hat. Dass der stete Tropfen den Stein gehöhlt hat. Und dieser stete Tropfen, der ist in Form von Tausenden von unabhängigen Filmen gekommen."

So die Einschätzung von Terhechte, der zahlreiche Reisen nach China unternommen hat. Die Situation in Sachen Zensurbehörde habe sich verändert: "Da hat sich einiges getan."

Mehr zum Thema:

Berlinale Bären: Gold für chinesischen Krimi (Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 15.02.2014)

Berlinale-Blog: Deutschlandradio Kultur. 16.02.2014

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