Seit 15:30 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:30 Uhr Tonart
 
 

Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 27.04.2014

BrasilienPleitegeier unterm Zuckerhut

Der Fußball hat es schwer im Gastgeberland der Fußball-WM 2014

Von Peer Vorderwülbecke

Brasilianische Fußballfans feiern vor dem Vorrundenspiel ihrer Mannschaft bei der FIFA WM 2006 gegen Kroatien in Berlin. (AP)
Brasilianische Fußballfans feiern vor dem Vorrundenspiel ihrer Mannschaft bei der FIFA WM 2006 gegen Kroatien in Berlin - doch in ihrer Heimat kämpft der Fußball ums Überleben. (AP)

Auch wenn Brasilien international als Land des Fußballs gilt, ausverkaufte Stadien und ausgelassene Fans sind dort mittlerweile die Ausnahme. Kenner sprechen sogar von einer umfassenden Krise des brasilianischen Fußballs.

Mittlerweile sind die brasilianischen Stadien in der ersten Liga meistens nur noch mäßig gefüllt, im Schnitt kamen in der letzten Saison nur knapp 15.000 Zuschauer zu den Spielen. Weltweit bedeutet das Rang 18 hinter Australien. Selbst in der zweiten Liga in Deutschland kommen mehr Zuschauer.

Für Amir Somoggi sind die niedrigen Zuschauerzahlen aber nur ein Symptom für die umfassende Krise des brasilianischen Profifußballs. Seit Jahren befasst sich der Spezialist für Sport-Marketing mit dem Nationalsport und mit den großen Vereinen im Land, er kennt alle Probleme des brasilianischen Fußballs. Der 38-Jährige hat Analysen und Studien verfasst, er ist wahrscheinlich der renommierteste Experte im Land, wenn es um Fußball-Vermarktung geht:

"Von 2003 bis heute sind die Einnahmen sehr stark gestiegen – aber auch die Ausgaben. Und die Klubs sind alle gemeinnützige Vereine, also wird alles, was eingenommen wird, auch wieder ausgegeben. Und da gibt es keine so strenge Kontrolle. Vor zehn Jahren, da haben die Klubs 800 Millionen Reals umgesetzt, heute sind es vier Milliarden."

Innerhalb einer Dekade haben sich die Umsätze also fast vervierfacht auf fast 1,3 Milliarden Euro. Damit ist die brasilianische Liga rein zahlenmäßig auf Platz sechs in der Welt. Trotzdem bezeichnen viele Experten und mittlerweile auch viele Spieler die Situation im brasilianischen Fußball als katastrophal – trotz der sprudelnden Einnahmen.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat.

Mehr zum Thema:

25.04.2014 | WORTWECHSEL
Sport - Fußball und Favelas
Die Weltmeisterschaft im Schwellenland Brasilien

Nachspiel

SportpsychologieMit Achtsamkeit zum sportlichen Erfolg?
Novak Djokovic nach seinem Sieg über Andy Murray bei den French Open. (picture alliance / dpa  / Ian Langsdon)

Achtsamkeit für das, was im Körper passiert: Das schützt nicht nur vor Stress und Depression. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Achtsamkeitstraining auch sportliche Leistungen verbessern kann. Prominentes Beispiel: Tennisprofi Novak Djokovic.Mehr

FIFA-ReformenNeuanfang oder Weißwäscherei?
Ein Miniaturfußball liegt auf mehreren Dollar-Scheinen (Imago)

Die FIFA will ihr ramponiertes Image aufpolieren und mehr auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit setzen. Ob sie wirklich auf dem Weg zur "FIFA 2.0." ist, wurde kürzlich auf einer Podiumsdiskussion in Zürich debattiert. Unser Reporter Tommy Wheeler war vor Ort.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur