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Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 07.12.2011

Bormbardement von Pearl Harbor

Vor 70 Jahren griffen japanische Streitkräfte die US-Militärbasis an

Von Ralf Geißler

1941 griff die japanische Armee Pearl Harbor an. Hier steht die USS Arizona in Flammen. (AP Archiv)
1941 griff die japanische Armee Pearl Harbor an. Hier steht die USS Arizona in Flammen. (AP Archiv)

Nahezu jeder, der als Tourist Hawaii besucht, besichtigt auch den Hafen von Pearl Harbor. Dort liegt mitten im Wasser eine Gedenkstätte über einem versenkten Schiff – der USS Arizona. Am 07. Dezember 1941 wurde es von der japanischen Armee versenkt - und die USA traten in den Zweiten Weltkrieg ein.

Es war noch früher Morgen auf Hawaii. Die Sonne ging gerade auf, als sich am 7. Dezember 1941 rund 400 Kampfflugzeuge der Inselgruppe im Pazifik näherten. Die japanische Armee griff die US-Militärbasis Pearl Harbor an. Am Tag darauf informierte US-Präsident Roosevelt seine Landsleute:

"Gestern – einem Tag voller Schande – wurden die Vereinigten Staaten unangekündigt und vorsätzlich attackiert von See- und Luftstreitkräften des japanischen Kaiserreichs."

Die Angreifer töteten 2.400 Menschen. Sie zerstörten fast 200 Flugzeuge und versenkten die US-Militärflotte im Pazifik nahezu vollständig.

Franklin D. Roosevelt: "Ich bitte den Kongress nach dieser grundlosen und heimtückischen Attacke, einen Kriegszustand zwischen den Vereinigten Staaten und dem japanischen Kaiserreich zu erklären."

Damit traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Das gedemütigte Amerika forderte Vergeltung.

Dass es mit Japan zum Krieg kommen würde, hatten viele US-Bürger schon befürchtet, denn Japan war ein Land mit wenig Rohstoffen aber großen Ambitionen. Das Kaiserreich hatte ab 1937 weite Teile Nord-Chinas erobert und versuchte, ehemals europäische Kolonien unter seine Kontrolle zu bringen. Die USA sahen ihre Interessen im Pazifik bedroht. Demonstrativ verlegte das US-Militär seine Flotte 1940 vom kalifornischen San Diego nach Pearl Harbor. Doch Japan strebte weiter nach Expansion. Es verbündete sich mit Italien und Deutschland und kämpfte im Zweiten Weltkrieg an deren Seite. Im Mai 1940 bat Roosevelt den US-Kongress um eine Erhöhung des Verteidigungsetats:

"Die Brutalität eines modernen Angriffskrieges wurde mit ihrem gesamten Horror losgelassen. Neue, zerstörerische Kräfte, unglaublich schnell und tödlich, wurden entwickelt. Und jene, die sie beherrschen, sind kühn und unbarmherzig. Keine Verteidigung ist so stark, dass man sie nicht noch mehr stärken müsste."

Fast 900 Millionen Dollar bewilligten die Abgeordneten. Viele US-Bürger sahen es mit Argwohn. Denn die meisten wollten, dass sich ihr Land aus dem Zweiten Weltkrieg heraushält. Zunächst versuchte die US-Regierung noch, mit einem Handelsembargo Japans Expansion zu stoppen. Die Japaner waren auf Öl und Stahl aus den USA aber angewiesen. Sie signalisierten Kompromissbereitschaft. Doch mitten in den Verhandlungen griff die japanische Armee Pearl Harbor an. Premierminister Hideki Tojo begründete das in einer Rede:

"Wenn Japan bisher eine unglaubliche Geduld gezeigt hat, so geschah dies einzig aus dem Wunsch heraus, den Frieden zu erhalten und unabsehbares Leid für die Menschheit abzuwenden. Unsere Gegner sind stolz auf den Besitz riesiger Naturschätze und streben die Weltherrschaft an. Zur Vernichtung dieser Gegner und für eine neue Ordnung in Ostasien muss das japanische Volk nun mit einem langen Krieg rechnen."

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor marschierten japanische Truppen auch in Thailand ein und landeten auf den Philippinen. Die USA kämpften nach ihrem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg sofort an mehreren Fronten. In Asien und Europa. Präsident Roosevelt beschwor die Kampfkraft seiner Landsleute:

"Egal, wie lange es dauern wird, diese vorsätzliche Invasion abzuwehren. Das amerikanische Volk wird in seiner Rechtschaffenheit einen absoluten Sieg erringen."

Die gesamte US-Wirtschaft stellte auf Rüstung um. Die Industrieproduktion verdoppelte sich. Die Arbeitslosigkeit sank. Die meisten der vor Pearl Harbor versenkten Schiffe wurden gehoben und repariert. Am 2. September 1945 musste sich Japan geschlagen geben und – wie zuvor Deutschland – bedingungslos kapitulieren. Am selben Tag sprach US-Präsident Truman im Rundfunk:

"Das Elend, das die japanischen Kriegsfürsten angerichtet haben, kann weder geheilt noch vergessen werden. Aber ihre Kraft, zu töten und zu zerstören, wurde den Japanern genommen. Ihre Armeen und das, was von ihrer Flotte übrig blieb, sind nun ohne Macht."

Fortan sahen die USA sich als Weltmacht. Sie hatten nicht nur Japan besiegt, sondern auch in Europa erfolgreich gegen Faschismus und Nationalsozialismus gekämpft. Der Sieg im Zweiten Weltkrieg blieb der größte militärische Triumph der USA im 20. Jahrhundert.

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