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Radiofeuilleton - Wissenschaft und Technik / Archiv | Beitrag vom 29.11.2009

Biofeedback-Therapie

Von Pia Fruth

In den späten Sechzigerjahren sorgte eine neue wissenschaftliche Entdeckung weltweit für viel Furore: das sogenannte "Bio-Feedback". Mit Hilfe einer Art "Lügendetektor" konnten körperliche Parameter wie Schwitzen, Herzfrequenz oder Blutdruck gemessen werden. Neueste Forschungen arbeiten mit dem EEG und messen direkt die Hirnströme.

Der Patient nimmt in einem bequemen Stuhl Platz. Auf seiner Kopfhaut werden Elektroden angebracht. Zum Beispiel im Stirnbereich, auf der rechten oder der linken Kopfhälfte - je nachdem, welche Symptome der Patient zeigt, und welcher Teil des Gehirns dafür zuständig ist. An der entsprechenden Stelle messen die angebrachten Elektroden die Hirnaktivität und leiten die gemessenen Signale an ein Computerprogramm weiter. Von diesem werden sie analysiert, ausgewertet und dem Patienten über einen Bildschirm rückgemeldet. Und zwar in Form eines kleinen Symbols: eine Rakete, ein Pfeil, ein Leuchtpunkt.

Die Aufgabe des Patienten besteht nun darin, dieses Symbol mittels Gedanken in Bewegung zu setzen: beispielsweise den Pfeil auf und ab zu schicken oder die Rakete starten zu lassen. Dazu muss er bewusst die Gehirnregion aktivieren, an der die Elektroden angeschlossen sind. Den richtigen Reiz dafür zu finden, ist schwierig und gelingt meist erst nach einigen Übungsstunden.

Um die jeweilige Gehirnregion zu stimulieren, stellen sich manche Patienten emotional besetzte Bilder vor: eine lange Tunnelröhre oder eine blühende Wiese etwa. Andere Areale sprechen auf Erinnerungen, Gerüche oder Bewegungen an. Das ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Reagiert die Gehirnregion aber schließlich, verändern sich bei jedem Patienten die Gehirnströme, was wiederum von den Elektroden registriert und rückgemeldet wird: das Symbol auf dem Bildschirm bewegt sich dann. Der Weg ins eigene Gehirn ist somit frei.

Locked-In-Patienten, vollständig gelähmten Patienten also, die nicht mehr in der Lage sind zu sprechen, können mittels ihrer Gedanken mit viel Übung sogar Buchstaben auf dem Bildschirm ansteuern. Damit lassen sich vollständige Sätze bilden und Kommunikation nach außen wird wieder möglich.

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