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Tonart | Beitrag vom 01.03.2016

Aribert Reimann zum 80.Das andere Geburtstagslied

Von Philipp Quiring

Aribert Reimann posiert in seiner Berliner Wohnung. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Aribert Reimann in seiner Berliner Wohnung: Er feiert am 4. März 2016 seinen 80. Geburtstag. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Zum 80. Geburtstag des Pianisten und Komponisten Aribert Reimann hat das Deutsche Sinfonieorchester Berlin ein Geburtstagspaket der besonderern Art vorbereitet: Musiker gratulieren mit persönlichen Geschichten, Anekdoten und Rückblicken auf gemeinsame Projekte.

"Ich wünsche Aribert Reimann weiterhin Gesundheit, dass er so interessiert bleibt, wie er es immer war, dass er noch lange komponiert."

"Viel Gutes und dass er noch lange Lust hat zu Schreiben und Kraft hat zu schreiben und Lebensfroh."

"Und dass er uns noch mit vielen schönen Werken beglückt."

Das Deutsche Sinfonieorchester Berlin wünscht Aribert Reimann zu seinem anstehenden Geburtstag alles Gute. Seit Jahrzehnten ist der meistgespielte deutsche Opernkomponist der Gegenwart eng mit dem Klangkörper verbunden. Bereits als 24-Jähriger wurde zum ersten Mal ein Stück von dem damaligen Radio-Symphonie-Orchester - dem heutigen DSO - aufgeführt: "Lieder auf der Flucht" nach Texten von Ingeborg Bachmann.

Manchmal auch eingeschlafen

"Ich kann mich noch sehr gut an diese Aufführung erinnern und war natürlich maßlos aufgeregt. Und sehe mich da heute auch noch sitzen. War nicht mit allem zufrieden - was mich betrifft. Mit dem Orchester bin ich manchmal etwas unerfahren umgegangen. Das gehört ja zu dem Alter dazu. Aber sonst weiß ich, dass es eine sehr sehr gute Aufführung war. Der RIAS Kammerchor war fantastisch und auch die Solisten und auch das Orchester war ganz großartig und von da an haben wir eigentlich eine fast ständige Zusammenarbeit gehabt."

Seit dem 23. März 1960 und dem bedeutenden Konzert für den jungen Komponisten Reimann beinhaltete diese fortdauernde Zusammenarbeit u.a. die Aufführung seines Requiems, sein "Apokalyptisches Fragment " nach Texten von Karoline von Günderode für die Reimann als Interpret, als Pianist, selbst in Erscheinung trat und die Uraufführung seines Monologs für Sopran und Orchester "Inane". Konzerte mit Werken Reimanns oder mit ihm als Interpret, die auch bei Musikern des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin ihre Eindrücke hinterließen – wie bei der Cellistin Adele Bitter.

"Also ich war noch ein sehr kleines Kind, als ich in den ersten Liederabenden war, wo Reimann berühmte Sänger begleitet hat. Ich war immer in allen Konzerten gerne und fand es schön, aber manchmal bin ich auch ein bisschen eingeschlummert - wenn man noch vier oder fünf ist."

Melodisches Denken

Zusammen mit der Cellistin Adele Bitter wird der Geburtstag des Komponisten kommenden Freitag in der Villa Elisabeth zelebriert - in seiner Anwesenheit mit u.a. den "Metamorphosen" über ein Menuett von Franz Schubert, die Reimann einst für den Geiger Gidon Kremer und seine "Kremerata" schreiben sollte.

"Dann kam ich eben auf ein Menuett von Schubert, das mich immer wahnsinnig beschäftigt hat: Damit mal vollkommen anders umzugehen, das auf den Kopf zu stellen, das auseinander zu nehmen usw. Und das habe ich dann, weil ich es ganz schnell schreiben musste - und hier zuhause in Berlin lag eine andere Arbeit auf meinem Schreibtisch - und dann bin ich auf ein Schiff gegangen, hab eine Schifffahrt mitgemacht und habe das dann auf einem Schiff geschrieben."

Bezüge zu anderen Komponisten durch Zitate kennzeichnen Reimanns Werk wie in den "Metamorphosen" mit Franz Schuberts "Menuett" oder in seinem "Adagio für Streichquartett" mit zwei Choralbearbeitungen Robert Schumanns. In seinen Instrumentalkompositionen ebenso wie in seinem Werk für Stimme ist Reimanns melodisches Denken charakteristisch.

"Routine ist das allerschlimmste"

"Wenn man nicht innerlich mitsingt, dann stimmt etwas nicht und solange der Mensch lebt, wird er auch singen."

Gegenwärtig arbeitet der fast 80-Jährige an seiner neunten Oper - für die Deutsche Oper Berlin.

"Bei jedem neuen Stück habe ich das Gefühl, ich habe noch nie in meinem Leben eine Note komponiert. Also man muss immer wieder von vorne anfangen, sonst bleibt man ja in irgendetwas drin und Routine ist das allerschlimmste, was es innerhalb des Komponierens gibt."

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