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"Argo"

Ein gewagter Mix aus Politthriller, Satire und Undercover-Agentenfilm

Gesehen von Anke Leweke

Ben Affleck als Agent Tony Mendez in "Argo" in geheimer Mission im Iran.
Ben Affleck als Agent Tony Mendez in "Argo" in geheimer Mission im Iran. (2012 Warner Bros. Entertainment Inc.)

Wie bekommt man sechs Amerikaner aus dem Iran, wenn eine normale Ausreise zu gefährlich ist? Man gibt sie als Mitarbeiter eines Filmteams aus. Ben Affleck erzählt in "Argo" die Geschichte eines wahnwitzigen Plans. Das ist unterhaltsam, kommt aber zur falschen Zeit.

Mit seinem dritten Spielfilm präsentiert der Schauspieler einen gewagten Genre-Mix aus Politthriller, Satire und Undercover-Agentenfilm. Zudem beruht "Argo" auf einer wahren Begebenheit.

Iran 1979: Mohammad Reza Pahlavi, der Schah von Persien, bekommt von Jimmy Carter die Genehmigung, in die USA einzureisen, um seine Krebskrankheit auszukurieren. Die Wut der Iraner gegen ihren Staatschef wird nun an den in Teheran lebenden Amerikanern ausgelassen. Junge Studenten stürmen die US-Botschaft und nehmen 50 Geiseln.

Sechs Mitarbeiter können fliehen und in der kanadischen Botschaft unterkommen. Doch wie kann man diese Sechs am schnellsten aus dem Land bringen? Der von Ben Affleck selbst gespielte CIA-Agent Tony Mendez hat einen wahnwitzigen Plan: Er will sie als Mitarbeiter eines Filmteams ausgeben, die im Iran auf Locationsuche für einen Hollywoodfilm mit dem Titel "Argo" sind.

"Argo" ist ein unterhaltsamer, äußerst spannender und souverän inszenierter Thriller, der im Look der Siebzigerjahre daher kommt. Auch wird mit Seitenhieben auf die Traumfabrik nicht gegeizt.

Hingegen wirkt die Darstellung des Feindes zu klischiert, zu stereotyp. Teheran scheint ein einziger islamisierter Moloch zu sein. Man fragt sich, ob es der richtige Film für diese politisch aufgeladenen Zeiten ist.

USA 2012; Regie: Ben Affleck; Darsteller: Ben Affleck, Bryan Cranston, Taylor Schilling, Kyle Chandler, John Goodman; 120 Minuten; ab 12 Jahren

Offizielle Filmhomepage Argo


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