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Interview / Archiv | Beitrag vom 01.11.2012

"An Erfindergeist mangelt es hier nicht"

Wissenschafter Henkel: Bessere Vernetzung von Forschung und Wirtschaft nötig

Moderation: Hanns Ostermann

Thorsten Brenner präsentiert auf der Internationalen Erfindermesse IENA in Nürnberg eine antibakterielle und nicht schmutzanhaftende Klobürste. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Thorsten Brenner präsentiert auf der Internationalen Erfindermesse IENA in Nürnberg eine antibakterielle und nicht schmutzanhaftende Klobürste. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)

Deutschland wirbt für sich als "Land der Ideen", was nicht zuletzt die Erfindermesse IENA zeigt, die zurzeit in Nürnberg stattfindet. Aber nur Innovativ zu sein, bringe auch nichts, mahnt der Innovationsforscher Joachim Henkel. Ein Erfinder sollte immer auch ein pfiffiger Unternehmer sein.

Wenn keiner die Erfindung möchte, nütze die beste Idee nichts, so Henkel weiter. Umgekehrt müsse eine gute Idee auch entsprechend vermarktet werden. Das prägnanteste Beispiel ist für den Innovationsforscher immer noch die MP3-Komprimierung: eine großartige Technologie-Innovation deutscher Wissenschaftler, die aber leider versäumt hatten, auch den passenden Musikplayer mit zu erfinden.

Um das "Erfindungsklima" in Deutschland zu fördern, müssten Unternehmen Raum für Kreativität lassen. "Ermunterung für Neues ist wichtig", sagt Henkel, "möglichst wenig Hierarchien, und wenn doch - dann durchlässig. Die Möglichkeit von Fehlern auch, dass Fehler nicht gleich heißt, nie mehr Beförderung oder sogar Zurückstufung oder das Unternehmen verlassen."

Auch die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen an Hochschulen ist von großer Bedeutung, so Henkel. Der Experte spricht sich für eine noch umfangreichere Kooperation zwischen Unternehmern und Technikern aus. Er verweist auf seinen Forschungsstandort, die TU München, wo im BWL-Studiengang "die Kaufleute 30 Prozent ihrer Zeit ein Technik-Fach belegen, um die Sprache und die Menschen in dem Fach besser kennenzulernen".

Und auch die Schulen seien noch mehr in der Pflicht, findet Henkel. Denn Ideenreichtum und Kreativität fange schon bei den ganz Kleinen an, und könne nicht genug gefördert werden. Gründerwettbewerbe, in denen die Schüler Businesspläne erstellen müssen, seien ein guter Schritt, junge Menschen für Ideen und das eigene spätere Unternehmen zu begeistern. Da könne aber noch mehr passieren, meint Henkel.

Sie können das vollständige Gespräch mit Joachim Henkel mindestens bis zum 01.03.2013 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

Erfindermesse IENA

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