Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Kompressor | Beitrag vom 29.03.2016

Aisha Franz Graphik Novel: "Shit is real“ Ein anarchisch gezeichneter Stinkerfinger

Von Tabea Grzeszyk

Ausschnitt aus Aisha Franz Graphik Novel "Shit is Real" (Reprodukt / Aisha Franz)
Ausschnitt aus "Shit is Real" (Reprodukt / Aisha Franz)

Aisha Franz gilt als großes Comictalent, schon ihr Debüt "Alien" hat 2011 einige Beachtung gefunden. Ob sie diesen Erfolg in ihrem neuen Graphik Novel "Shit is Real" fortsetzen kann und um welche "echte Scheiße" es geht, hat sich Tabea Grzeszyk angeschaut.

#aquarium #freundschaft #sciencefiction #identität - das sind nur einige der Schlagwörter auf dem Buchdeckel des neuen Comics von Aisha Franz namens "Shit is real".

Cover: "Shit is real" (Reprodukt / Aisha Franz)Cover von Aisha Franz Graphik Novel "Shit is real" (Reprodukt / Aisha Franz)Tatsächlich läuft in der ganz in schwarzweiß gezeichneten Geschichte einiges "Scheiße" für die Hauptfigur Selma: Aus heiterem Himmel macht Freund Max mit Vogelkopf, möglicherweise ein Außerirdischer, mit ihr Schluss und wirft Selma aus der gemeinsamen Wohnung. Ein Umzugskarton, eine Action-Figur und das titelgebende Wandbild "Shit is real" sind die einzigen Gegenstände, die ihr für den Neuanfang bleiben. Als Selma ihren Job schmeißt, nimmt ihre gesellschaftliche Ausgrenzung dystopische Züge an - bis schließlich ein Loch in der Wand zur Nachbarwohnung den Weg in ein vermeintlich glücklicheres Leben weist...

Gegen gesellschaftliche Erwartungen

In atemberaubendem Tempo und nur scheinbar hin gekritzelter Leichtigkeit entführt die Comiczeichnerin und Illustratorin Aisha Franz in ein futuristisches Berlin, in dem gut gemeinte Hilfe in persönliche Abgründe führen, aus denen nur überbordende Phantasie und die beste Freundin heraushelfen können. Ein anarchisch gezeichneter Stinkefinger gegen gesellschaftliche Erwartungen und die Angst vor dem Scheitern, findet unsere Kritikerin Tabea Grzeszyk.

Aisha Franz: "Shit is real"
Reprodukt 2016, 288 Seiten, 24,00 Euro

Mehr zum Thema

Ausstellung "Comic-Transfer“ - Den Strich vor Ort setzen können
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 12.10.2015)

"Schlossbusters" in Berlin - Stadtschloss-Diskurs als Vergnügungspark
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 24.03.2016)

Neu im Kino: "Batman v. Superman: Dawn of Justice" - Eine geradezu biblische Geschichte
(Deutschlandradio Kultur, Frühkritik, 24.03.2016)

Comic-Sammlung - Geschichten über Flucht und Asyl
(Deutschlandfunk, Corso, 23.03.2016)

Luchs-Preis für "Der Traum von Olympia" - Comic wird bestes Jugendbuch
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 17.03.2016)

Iggy Pop: "Post Pop Depression" - Der altersmilde Punkrock-Opa
(Deutschlandradio Kultur, Tonart, 14.03.2016)

Fazit

Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

Neu im KinoHomosexualität im Land der Machos
Das Barrio "23 de Enero" ist eine Hochburg der Chavisten. (Lukasz Tomaszewski)

"Caracas, eine Liebe" erzählt von zwei Männern, die nicht zueinander kommen können. Denn Homosexualität ist ein Tabu in Venezuela. Ein wichtiges Thema, leider sei die Geschichte jedoch vorhersehbar und formelhaft inszeniert, findet unser Filmkritiker.Mehr

Filmfest MünchenGroße Träume kleiner Leute
(picture alliance / dpa / Balkis Press)

Auf dem Filmfest München gibt es in diesem Jahr einen Schwerpunkt "Arabische Welt". Noemi Schneider über drei besonders beeindruckende Filme, die etwas gemeinsam haben: Es wird in ihnen jede Menge geträumt.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur