Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
Samstag, 30. April 2016MESZ15:07 Uhr

Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 13.02.2011

"Zwei Sonaten - eine Liebesgeschichte?“

Ludwig van Beethovens Klaviersonaten op. 90 und op. 101

Gast: Friedrich Dieckmann; Moderation: Michael Dasche

Eine undatierte Zeichnung zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven. (AP)
Eine undatierte Zeichnung zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven. (AP)

Die Gattung der Klaviersonate war für Beethoven nicht nur das bevorzugte Feld kompositorischer Erkundungen; sie war auch der Bereich persönlichster, intimster Bekenntnisse.

Namentlich die Sonaten op. 90 in e-moll (1814) op. 101 in E-dur (1816) scheinen ihre "innere Adressatinnen" in einer Frau gefunden zu haben, die von der Musikforschung als "Unsterbliche Geliebte" Beethovens ausgemacht wurde. Allerdings verschleiert Beethovens Widmung der Werke, zum einen an den Freund Graf Moritz von Lichnowsky, zum anderen an die vortreffliche Pianistin und Schülerin des Komponisten Dorothea von Erdmann, diesen Zusammenhang.

Die Musik indessen deutet durchaus in die biografisch vermutete Richtung: dass es sich nämlich bei den diskret verschwiegenen Widmungsträgerinnen beider Werke um die zweiunddreißigjährige Antonie Brentano handelt, an die Beethoven 1812 seine drei berühmten verzweifelt-entsagungsvollen Liebesbriefe geschrieben hatte.

Wenn es zutrifft, was Beethoven verbal angedeutet hat, nämlich dass es in der e-moll-Sonate um eine "Liebesgeschichte" geht - um den "Kampf von Kopf und Herz" (1. Satz) sowie um die "Unterhaltung mit der Geliebten" (2. Satz) -, so darf man in der A-dur-Sonate deren direkte Fortsetzung sehen. Beide Werke stehen jedenfalls in engerem musikalischem Zusammenhang, als die Entstehungsdaten vermuten lassen.

Interpretationen

Beethovens Violinsonaten op. 30/3 und op. 96Temperament und Innerlichkeit
Die Beethoven-Statue auf dem Bonner Münsterplatz in der Geburtsstadt des Komponisten (picture alliance / dpa)

Zehn Jahre liegen zwischen Beethovens beiden Sonaten in G-Dur für Klavier und Violine, zwischen der temperamentvoll-gewitzten op. 30/3 von 1802 und seiner letzten Violinsonate überhaupt, op. 96 von 1812, von der der Geiger und Pädagoge Carl Flesch einmal sagte, sie brauche Spieler mit der Fähigkeit "zu träumen und zu schwärmen, in ihrer Seele muss die blaue Blume wohnen".Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj