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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 13.02.2011

"Zwei Sonaten - eine Liebesgeschichte?“

Ludwig van Beethovens Klaviersonaten op. 90 und op. 101

Gast: Friedrich Dieckmann; Moderation: Michael Dasche

Eine undatierte Zeichnung zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven. (AP)
Eine undatierte Zeichnung zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven. (AP)

Die Gattung der Klaviersonate war für Beethoven nicht nur das bevorzugte Feld kompositorischer Erkundungen; sie war auch der Bereich persönlichster, intimster Bekenntnisse.

Namentlich die Sonaten op. 90 in e-moll (1814) op. 101 in E-dur (1816) scheinen ihre "innere Adressatinnen" in einer Frau gefunden zu haben, die von der Musikforschung als "Unsterbliche Geliebte" Beethovens ausgemacht wurde. Allerdings verschleiert Beethovens Widmung der Werke, zum einen an den Freund Graf Moritz von Lichnowsky, zum anderen an die vortreffliche Pianistin und Schülerin des Komponisten Dorothea von Erdmann, diesen Zusammenhang.

Die Musik indessen deutet durchaus in die biografisch vermutete Richtung: dass es sich nämlich bei den diskret verschwiegenen Widmungsträgerinnen beider Werke um die zweiunddreißigjährige Antonie Brentano handelt, an die Beethoven 1812 seine drei berühmten verzweifelt-entsagungsvollen Liebesbriefe geschrieben hatte.

Wenn es zutrifft, was Beethoven verbal angedeutet hat, nämlich dass es in der e-moll-Sonate um eine "Liebesgeschichte" geht - um den "Kampf von Kopf und Herz" (1. Satz) sowie um die "Unterhaltung mit der Geliebten" (2. Satz) -, so darf man in der A-dur-Sonate deren direkte Fortsetzung sehen. Beide Werke stehen jedenfalls in engerem musikalischem Zusammenhang, als die Entstehungsdaten vermuten lassen.

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