Mittwoch, 26. November 2014MEZ02:28 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Es gibt keine Sammlung Gurlitt"
Christoph Schäublin, Stiftungsratspräsident des Kunstmuseums Bern, am 24.11.2014 in Berlin bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung der Vereinbarung zum Nachlass des Kunstbesitzers Cornelius Gurlitt.

Wenn "SZ" und "FAZ" dieselbe Überschrift haben, dann muss es schon ein besonderes Thema sein: die Pressekonferenz des Berner Museums zu Gurlitt. Nicht einer Meinung sind die Zeitungen allerdings bei der Deutung der Situation.Mehr

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Fazit

Gurlitt-NachlassSchwieriges Erbe
Das Kunstmuseum in Bern von außen.

Die Sammlung von Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt geht an das Kunstmuseum Bern - mit Ausnahme der Werke, die unter Raubkunst-Verdacht stehen. So weit, so gut. Was aber passiert mit der "entarteten Kunst"?, fragt Claudia Wheeler.Mehr

KinoEine Freundschaft im Krieg
Der Dokumentarfilm "The Green Prince" des israelischen Regisseurs Nadav Schirman

Der eine ist Palästinenser und Sohn eines Hamas-Führers. Der andere Israeli und Geheimdienstler. Eigentlich müssten sie Feinde sein, aber sie werden Freunde. In "The Green Prince" erzählt Dokumentarfilmer Nadav Schirman ihre Geschichte. Mehr

SerbienMissbraucht, gefälscht, verschwiegen
Ein Museum in Sarajevo erinnert an das Attentat vom 28. Juni 1914, das zum Ersten Weltkrieg führte: Der Mörder Gavrilo Princip (links) und sein Opfer, der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand.

Der Umgang ihres Heimatlandes mit der eigenen Geschichte lässt zu wünschen übrig, findet die serbische Historikerin Dubrovka Stojanovic. Sie fordert eine neue Erinnerungskultur und ist damit nicht allein.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.10.2012

"Zu wenig Sendeplätze"

Marcus Vetter: Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten müssen den Dokumentarfilm stärker fördern

Das Cinema Jenin ist Gegenstand einer preisgekrönten Dokumentation von Marcus Vetter.
Das Cinema Jenin ist Gegenstand einer preisgekrönten Dokumentation von Marcus Vetter. (picture alliance/ dpa/ Alaa Badarneh)

Der Dokumentarfilm ist das journalistisch anspruchsvollste Filmgenre, doch freie Dokumentarfilmer kommen in Deutschland auf nicht einmal zehn Euro Stundenlohn. Der Dokumentar-Filmer Marcus Vetter glaubt, dass ARD, ZDF und arte mehr Geld und Sendeplätze zur Verfügung stellen müssten.

Wie eine neue Studie der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) ergeben hat, leben viele Dokumentarfilmer in Deutschland am Rande des Existenzminimums. Wie der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Marcus Vetter im Deutschlandradio Kultur sagte, sind die genaue Recherche eines Themas und die Beobachtung eines Geschehens oft sehr zeitaufwändig. Auch die nachträgliche Bearbeitung des Filmmaterials könne je nach Filmlänge viele Wochen und Monate in Anspruch nehmen.

Was Dokumentarfilmer tatsächlich verdienen, könne aber immer nur im Einzelfall beurteilt werden. Bei Langzeitprojekten wie seinem eigenen Film "Cinema Jenin", der über drei Jahre entstanden sei, stelle sich immer die Frage der Finanzierung.

Der Filmregisseur Marcus VetterDer Dokumentarfilmer Marcus Vetter (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)"Wir haben es so gelöst, dass wir zum Beispiel in dem Fall nicht mit professionellen Kameramännern drehen konnten, sondern ich habe es mit einem israelisch-palästinensischen Regisseur zusammen gemacht, und wir haben zum Teil die Kamera selbst geführt. [...] Aber so kann man natürlich auch nicht immer Filme machen."

Viele seiner Kollegen müssten alternative Einnahmequellen erschließen, zum Beispiel, indem der Lebenspartner einem "seriösen Job'" nachgehe, oder, indem man kleinere Magazin-Beiträge fürs Fernsehen oder Auftragsarbeiten für die Industrie drehe. Trotz schmaler Budgets und widriger Umstände sei das Niveau des deutschen Dokumentarfilms sehr hoch, doch wer einen 90-minütigen Film produziere, müsse mit bis zu fünf Monaten Nachbearbeitung rechnen:

"Die Filme sind sehr, sehr gut, und um solche guten Filme hinzubekommen, heißt es einfach monatelang 'Schnitt' - und die bezahlt niemand."

Um die Situation der Dokumentarfilmer zu verbessern, seien die öffentlich-rechtlichen Auftraggeber gefragt, vor allem ARD, ZDF und arte. Dokumentarfilme würden in der Regel zu spät ausgestrahlt; außerdem würden "zu wenig Geld" und auch "zu wenig Sendeplätze" zur Verfügung gestellt.


Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 29. April 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Auch der klassische Dokumentarfilm ist eine Kunstform