Dienstag, 16. September 2014MESZ19:30 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWalsers beschädigtes Ego
Der Schriftsteller Martin Walser

"Schreiben und Leben" heißt der neu veröffentlichte vierte Teil der Tagebücher von Martin Walser: Der beste, spannendste und intimste Band bisher, resümiert die "Berliner Zeitung" – voller Sehnsucht nach Bestätigung.Mehr

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Fazit

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Provokation oder Chance? Mitten im Konflikt zwischen Russland und der NATO wird in Moskau das "Jahr der deutschen Sprache und Literatur" eröffnet – organisiert vom Auswärtigen Amt und Goethe-Institut. Allerdings gibt es kleine Änderungen.Mehr

Lemberger BuchforumBücher und Kriegsdebatten
Blick auf die Stadt Lviv, ehemals Lemberg, im Westen der Ukraine

Die Stimmung bei der größten ukrainischen Buchmesse war in der Spätsommerhitze harmonisch und geschäftig. Bestimmendes Thema der Debatten in Lviv: der Krieg im Osten des Landes und seine Folgen für das Selbstverständnis der Ukraine.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.10.2012

"Zu wenig Sendeplätze"

Marcus Vetter: Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten müssen den Dokumentarfilm stärker fördern

Das Cinema Jenin ist Gegenstand einer preisgekrönten Dokumentation von Marcus Vetter.
Das Cinema Jenin ist Gegenstand einer preisgekrönten Dokumentation von Marcus Vetter. (picture alliance/ dpa/ Alaa Badarneh)

Der Dokumentarfilm ist das journalistisch anspruchsvollste Filmgenre, doch freie Dokumentarfilmer kommen in Deutschland auf nicht einmal zehn Euro Stundenlohn. Der Dokumentar-Filmer Marcus Vetter glaubt, dass ARD, ZDF und arte mehr Geld und Sendeplätze zur Verfügung stellen müssten.

Wie eine neue Studie der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) ergeben hat, leben viele Dokumentarfilmer in Deutschland am Rande des Existenzminimums. Wie der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Marcus Vetter im Deutschlandradio Kultur sagte, sind die genaue Recherche eines Themas und die Beobachtung eines Geschehens oft sehr zeitaufwändig. Auch die nachträgliche Bearbeitung des Filmmaterials könne je nach Filmlänge viele Wochen und Monate in Anspruch nehmen.

Was Dokumentarfilmer tatsächlich verdienen, könne aber immer nur im Einzelfall beurteilt werden. Bei Langzeitprojekten wie seinem eigenen Film "Cinema Jenin", der über drei Jahre entstanden sei, stelle sich immer die Frage der Finanzierung.

Der Filmregisseur Marcus VetterDer Dokumentarfilmer Marcus Vetter (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)"Wir haben es so gelöst, dass wir zum Beispiel in dem Fall nicht mit professionellen Kameramännern drehen konnten, sondern ich habe es mit einem israelisch-palästinensischen Regisseur zusammen gemacht, und wir haben zum Teil die Kamera selbst geführt. [...] Aber so kann man natürlich auch nicht immer Filme machen."

Viele seiner Kollegen müssten alternative Einnahmequellen erschließen, zum Beispiel, indem der Lebenspartner einem "seriösen Job'" nachgehe, oder, indem man kleinere Magazin-Beiträge fürs Fernsehen oder Auftragsarbeiten für die Industrie drehe. Trotz schmaler Budgets und widriger Umstände sei das Niveau des deutschen Dokumentarfilms sehr hoch, doch wer einen 90-minütigen Film produziere, müsse mit bis zu fünf Monaten Nachbearbeitung rechnen:

"Die Filme sind sehr, sehr gut, und um solche guten Filme hinzubekommen, heißt es einfach monatelang 'Schnitt' - und die bezahlt niemand."

Um die Situation der Dokumentarfilmer zu verbessern, seien die öffentlich-rechtlichen Auftraggeber gefragt, vor allem ARD, ZDF und arte. Dokumentarfilme würden in der Regel zu spät ausgestrahlt; außerdem würden "zu wenig Geld" und auch "zu wenig Sendeplätze" zur Verfügung gestellt.


Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 29. April 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Auch der klassische Dokumentarfilm ist eine Kunstform