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Interview / Archiv | Beitrag vom 21.03.2016

Zehn Jahre TwitterLegende und Kult - mit ungewisser Zukunft

Markus Beckedahl im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Ein Mann öffnet auf seinem Smartphone seinen Twitter-Account. (dpa / Andrew Gombert)
Bitte immer weiter zwitschern: Seit zehn Jahren kann man seine Ansichten mit 140 Anschlägen pro Tweet verbreiten (dpa / Andrew Gombert)

Vor zehn Jahren verschickte Jack Dorsey den ersten Tweet. Das war der Beginn einer riesigen Erfolgsgeschichte – deren Ende nun allerdings immer wieder beschworen wird. Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitk.org, hofft hingegen auf eine blühende Zukunft von Twitter.

Am 21. März 2006 schickte Jack Dorsey, heute Chef von Twitter, den ersten Tweet in die Welt: "just setting up my twttr". Das Besondere an Twitter sollte die Kürze werden: Die 140 Zeichen Länge sind inzwischen Kult und Legende.

Dennoch wird immer wieder das Ende des Dienstes beschworen, denn Twitter wächst nicht mehr. Für Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitk.org, ist das allerdings überhaupt kein Problem. Das Problem sei vielmehr das Denken im Silicon Valley, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Alles müsse im Valley immer riesig wachsen, und Facebook gebe die Reichweite vor. Er würde aber eine Welt schöner finden, in der auch die Zweit- und Drittplatzierten eine Chance hätten, auf dem Markt zu bestehen, betonte Beckedahl.

Vielleicht wird Twitter zum Premiumdienst umgebaut

Twitter stelle noch immer für sehr viele Menschen eine bedeutende Plattform dar. Dass Twitter in den nächsten Jahren in die Bedeutungslosigkeit versinken könnte, mag Beckedahl dennoch nicht ausschließen. Weitere Möglichkeiten seien, dass Twitter aufgekauft oder zu einem Premiumdienst umgebaut werde, für den die Kunden dann bezahlen müssten.

Beckedahl selbst ist Twitter-Fan. Der Dienst sei eine "Basis-Infrastruktur" für ihn. Über Twitter erhalte er die meisten Informationen und oft zuerst. Twitter sei direkt und funktioniere in Echtzeit: Was vor zwei Stunden geschehen sei, interessiere in der Regel niemanden mehr.

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