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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 21.04.2010

"Young Victoria"

Hannelore Heider über ein lebendiges Zeit- und Menschenporträt

Mit mit nur 18 Jahren wird Victoria im Jahre 1837 Königin von England: Jean-Marc Vallée erzählt die Geschichte ihrer 63 Jahre langen Regentschaft. Ein oscarprämierter Film, natürlich gedreht und mit herausragender Besetzung.

Großbritannien/USA 2009, Regie: Jean-Marc Vallée, Hauptdarsteller: Emily Blunt, Rupertz Friend, Paul Bettany, Miranda Richardson, Jim Broadbent, Thomas Kretschmann, Jeanette Hain, 105 Minuten

Als Victoria 1837 mit nur 18 Jahren Königin von England wird, ahnt noch niemand, dass ausgerechnet dieses Mädchen einmal einem ganzen Zeitalter seinen Namen geben wird – das Victorianische! Prüde, düster und langweilig ist sein Image, doch dieser Kostümfilm kämpft erfolgreich dagegen an. Emily Blunt spielt eine selbstbewußte Victoria, die sich ihren bedeutenden Platz in der Geschichte erst erobern muß. Über diesen Beginn ihrer 63 Jahre langen Regentschaft, über die jungen Jahre und die große Liebe einer Königin erzählt der Film "Young Victoria" von Jean-Marc Vallée.

Mit dem Oscar für die besten Kostüme als Krönung und geadelt mit berühmten Produzentennamen wie Martin Scorsese und Sarah Ferguson, die heutige Herzogin von York, können wir eine Adelsgeschichte genießen, die doch mehr Gehalt hat, als die einschlägigen Fernsehproduktionen.
An Originalschauplätzen vom deutschen Kameramann Hagen Bogdanski ("Das Leben der Anderen", "Hilde") sehr natürlich gedreht, gelingt dem Film mit herausragender Besetzung ein erstaunlich lebendiges Zeit- und Menschenporträt.

Jim Broadbent spielt den poltrigen alten König von England, der die Regentschaft seiner Schwester - Victorias Mutter - und ihres intriganten Liebhabers unbedingt verhindern will. Auf der anderen Seite steht ein machtbewußter Premierminister, der die Unerfahrenheit der jungen Victoria auszunutzen gedenkt. Paul Battany als Lord Melbourne, Miranda Richarson als Herzogin von Kent, Jeanette Hain als eine ihrer Hofdamen, Thomas Kretschmann als König von Belgien und Rupert Friend als Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha sind die Spieler in einem für die Zukunft Europas dramatischen Beziehungsgefüge, in dem sich Victoria selbstbewußt zu behaupten versteht. Nicht zuletzt dank der Unterstützung des jungen Prinzen, der mit ihr nicht nur die Liebe zur Musik teilt, sondern sich ernsthaft um die Belange der Untertanen sorgt.

Es war durchaus eine arrangierte Verbindung, doch auch Liebe auf den ersten Blick und so gibt es für die beiden ein Happy End, auch wenn die ersten ernsthaften Konflikte zwischen der immer selbstbewußteren jungen Königin und ihrem klugen Ehemann lautstark ausgetragen werden.
Hier aber blendet der Film ab, den Anblick der fast 40 Jahre lang Trauer tragenden Königin, der Victorias Image über die Jahrhunderte geprägt hat, erspart er uns.

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