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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.02.2012

Wulff um Integration "aufrichtig bemüht"

Die türkischstämmige Schriftstellerin Hilal Sezgin bedauert den Rücktritt des Bundespräsidenten

Hilal Sezgin im Gespräch mit Nana Brink

Bei vielen türkischstämmigen Menschen seien Wulffs Signale positiv wahrgenommen worden, meint Hilal Sezgin. (AP)
Bei vielen türkischstämmigen Menschen seien Wulffs Signale positiv wahrgenommen worden, meint Hilal Sezgin. (AP)

Obwohl er nötig gewesen sei, bedauere sie Christian Wulffs Rücktritt, sagte die türkischstämmige Schriftstellerin Hilal Sezgin. Wulff habe sich als Präsident aller in Deutschland lebenden Menschen begriffen, nicht nur als Oberhaupt der Deutschen.

"Das ist eigentlich ein ziemlich revolutionäres Ding für einen Bundespräsidenten, zumal für einen, der aus der CDU stammt", sagte Sezgin. Wulffs Rückzug sei zum aktuellen Zeitpunkt unausweichlich gewesen, so die Autorin weiter.

Um Integration sei er jedoch "aufrichtig bemüht" gewesen, sagte Sezgin: "Ich glaube, dass er wirklich mehr als viele andere in diesem Land, Politiker und auch Nicht-Politiker, verstanden hat, dass wir ein Land sind mit Menschen aus ganz verschiedenen Herkunftsländern, unterschiedlichen religiösen Richtungen." Im Gespräch mit Wulff habe sie gemerkt, dass er über das Thema wirklich viel nachgedacht habe.

Bei vielen türkischstämmigen und muslimischen Menschen seien Wulffs Signale an die Zuwanderer positiv wahrgenommen worden. Die aktuelle Berichterstattung über den Abgang des Bundespräsidenten habe die entsprechenden Worte von Wulffs Rücktrittserklärung zum Thema Integration leider kaum gewürdigt, kritisierte die Schriftstellerin und Journalistin.

Das vollständige Gespräch mit Hilal Sezgin können Sie mindestens bis zum 18.7.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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