Dienstag, 31. März 2015MESZ18:53 Uhr

Interview

Rücktritt von Peter GauweilerEin Populist tritt ab
Der CSU-Politiker Peter Gauweiler redet am 05.03.2014 beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau, Bayern. (dpa picture alliance / Peter Kneffel)

Er wetterte gegen EU-Verfassung und Eurorettungspolitik. Nachdem er im Bundestag gegen verlängerte Griechenland-Hilfen stimmte, bekam der CSU-Parteivize Peter Gauweiler jedoch jede Menge Ärger. So viel, dass der "Euro-Rebell" seine Ämter nicht mehr ausüben will.Mehr

Atomstreit"Iran könnte noch alles in Frage stellen"
Ein iranisches Atomkraftwerk in Bushehr im August 2010 (dpa / picture-alliance / Abedin Takerkenareh)

Eine Einigung im Atomstreit mit Iran scheint zum Greifen nah. Trotzdem sei eine Erfolgsmeldung verfrüht, meint der CDU-Politiker Ruprecht Polenz. Es gehöre zur Taktik des Irans, am Ende der Verhandlungen "mit schwierigen Punkten zu kommen".Mehr

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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.07.2012

Wolf von Lojewski: Ich bin glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe

Langjähriger Moderator des "heute-journals" zweifelt an der Zukunft des Journalistenberufs

Wolf von Lojewski (AP)
Wolf von Lojewski (AP)

Wolf von Lojewski, langjähriger Moderator des "heute-journals" im ZDF, sieht durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik und der Social Media den Journalistenberuf bedroht. Irgendwo hinzufahren, "bloß" um einen "Weltspiegel"-Beitrag zu machen, "das war noch wirklich journalistisches Erleben", sagte von Lojewski.

Heute dagegen müsse der Journalist auf mehreren Klavieren spielen, ständig twittern sowie über Handy und Internet erreichbar sein, so dass es theoretisch sein könne, "dass der Journalist irgendwann keine Zeit mehr hat, seinen Platz am Computer zu verlassen", bedauerte der langjährige ZDF-Moderator.

"In der Sekunde, in der irgendwo etwas passiert, haben schon die ersten versucht, herauszufinden, wer sind bei diesem Konflikt die Guten, wer sind die Bösen? Es sind schon Zehntausende von Clicks dagewesen: gefällt mir, gefällt mir nicht, so dass dem Journalisten also nicht viel mehr bleibt, als hinterher zu hecheln."

Von Lojewski warf die Frage auf, ob angesichts des "sich immer mehr in Schwärmen zusammenfassende(n) Internet(s)" der klassische Journalist, der "diesen ungeheuren Strom, dieses Feuerwerk von Ereignissen, die auf uns einprasseln, noch irgendwie ein wenig ordnen kann", überhaupt noch gebraucht werde: "Ich hoffe sehr, dass es diesen Journalistenberuf, wie ich ihn kenne, noch sehr, sehr lange geben wird, aber sicher bin ich nicht."

Die technische Entwicklung lasse sich allerdings nicht zurückdrehen, sondern alles werde immer schneller. "Es ist so, das werden wir nicht ändern", sagte von Lojewski. "Aber ich bin so ein bisschen glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe."

Sie können das vollständige Gespräch mit Wolf von Lojewski mindestens bis zum 04.12.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.