Sonntag, 2. August 2015MESZ14:18 Uhr

Interview

Vor 25 Jahren: Einmarsch in Kuwait"Man dachte, Kriege sind machbar"
Golfkrieg von 1991 - US-Streitkräfte: Ein amerikanischer Schützenpanzer vor brennenden Ölfeldern nahe der kuwaitisch-irakischen Grenze am 2.3.1991. Die Golfkrise hatte am 2.8.1990 mit dem Einmarsch irakischer Truppen nach Kuwait begonnen. Der UN-Sicherheitsrat forderte daraufhin am 29.11.1990 den Irak auf, seine Truppen bis zum 15.1.1991 aus Kuwait zurückzuziehen. Nach Ablauf des UN-Ultimatums begannen am 17.1.1991 alliierte Streitkräfte unter der Führung der USA mit der Bombardierung Bagdads. Der Golfkrieg endete nach dem Einlenken Iraks am 28.2. 1991 mit der Einstellung aller Kampfhandlungen. Am 20..3.2003 haben amerikanische und britische Truppen einen neuen Krieg gegen den Irak begonnen. (picture alliance / dpa / epa / afp)

Am 2. August 1990 startete der irakische Diktator Saddam Hussein den Einmarsch ins Nachbarland Kuwait. Die UN nahm den Bruch des Völkerrechts nicht hin. Der frühere Nahostkorrespondent Ulrich Tilgner hält den folgenden Irakkrieg 1991 für die Grundlage der fatalen Entwicklung in der Region.Mehr

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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.07.2012

Wolf von Lojewski: Ich bin glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe

Langjähriger Moderator des "heute-journals" zweifelt an der Zukunft des Journalistenberufs

Wolf von Lojewski (AP)
Wolf von Lojewski (AP)

Wolf von Lojewski, langjähriger Moderator des "heute-journals" im ZDF, sieht durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik und der Social Media den Journalistenberuf bedroht. Irgendwo hinzufahren, "bloß" um einen "Weltspiegel"-Beitrag zu machen, "das war noch wirklich journalistisches Erleben", sagte von Lojewski.

Heute dagegen müsse der Journalist auf mehreren Klavieren spielen, ständig twittern sowie über Handy und Internet erreichbar sein, so dass es theoretisch sein könne, "dass der Journalist irgendwann keine Zeit mehr hat, seinen Platz am Computer zu verlassen", bedauerte der langjährige ZDF-Moderator.

"In der Sekunde, in der irgendwo etwas passiert, haben schon die ersten versucht, herauszufinden, wer sind bei diesem Konflikt die Guten, wer sind die Bösen? Es sind schon Zehntausende von Clicks dagewesen: gefällt mir, gefällt mir nicht, so dass dem Journalisten also nicht viel mehr bleibt, als hinterher zu hecheln."

Von Lojewski warf die Frage auf, ob angesichts des "sich immer mehr in Schwärmen zusammenfassende(n) Internet(s)" der klassische Journalist, der "diesen ungeheuren Strom, dieses Feuerwerk von Ereignissen, die auf uns einprasseln, noch irgendwie ein wenig ordnen kann", überhaupt noch gebraucht werde: "Ich hoffe sehr, dass es diesen Journalistenberuf, wie ich ihn kenne, noch sehr, sehr lange geben wird, aber sicher bin ich nicht."

Die technische Entwicklung lasse sich allerdings nicht zurückdrehen, sondern alles werde immer schneller. "Es ist so, das werden wir nicht ändern", sagte von Lojewski. "Aber ich bin so ein bisschen glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe."

Sie können das vollständige Gespräch mit Wolf von Lojewski mindestens bis zum 04.12.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.