Mittwoch, 27. August 2014MESZ16:58 Uhr

Interview

Ärztehonorare"Das Geld wird versickern"
Der Landarzt Wolfgang Dinslage behandelt am 31.01.2012 in seiner Praxis in Merzenich bei Düren einen Patienten.

Der Gesundheitsökonom Stefan Greß erwartet von höheren Ärztehonoraren keine bessere Versorgung der Patienten. Das Geld werde in den Honorartöpfen der Kassenärztlichen Vereinigung versickern. Mehr

Nordirak"Wir brauchen viel mehr Hilfe"
Zahlreiche Menschen stehen um zwei große Töpfe, aus denen Essen ausgegeben wird.

Hunderttausende Flüchtlinge im Nordirak müssen ohne den Schutz von Unterkünften leben, sagt der Generalsekretär von CARE und Teamleiter in Dahuk, Karl-Otto Zentel. Er fordert mehr Hilfsmaßnahmen für die Region.Mehr

Indien"Die Ergebnisse sind mager"
Narendra Modi begrüßt seine Anhänger in Gujarat, Indien.

Die Regierung von Nerandra Modi tut zu wenig, um die Situation der Frauen in Indien nachhaltig zu verbessern. Stattdessen gebe es nur Lippenbekenntnisse, kritisiert Politikwissenschaftler Anil Bhatti.Mehr

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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.07.2012

Wolf von Lojewski: Ich bin glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe

Langjähriger Moderator des "heute-journals" zweifelt an der Zukunft des Journalistenberufs

Wolf von Lojewski
Wolf von Lojewski (AP)

Wolf von Lojewski, langjähriger Moderator des "heute-journals" im ZDF, sieht durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik und der Social Media den Journalistenberuf bedroht. Irgendwo hinzufahren, "bloß" um einen "Weltspiegel"-Beitrag zu machen, "das war noch wirklich journalistisches Erleben", sagte von Lojewski.

Heute dagegen müsse der Journalist auf mehreren Klavieren spielen, ständig twittern sowie über Handy und Internet erreichbar sein, so dass es theoretisch sein könne, "dass der Journalist irgendwann keine Zeit mehr hat, seinen Platz am Computer zu verlassen", bedauerte der langjährige ZDF-Moderator.

"In der Sekunde, in der irgendwo etwas passiert, haben schon die ersten versucht, herauszufinden, wer sind bei diesem Konflikt die Guten, wer sind die Bösen? Es sind schon Zehntausende von Clicks dagewesen: gefällt mir, gefällt mir nicht, so dass dem Journalisten also nicht viel mehr bleibt, als hinterher zu hecheln."

Von Lojewski warf die Frage auf, ob angesichts des "sich immer mehr in Schwärmen zusammenfassende(n) Internet(s)" der klassische Journalist, der "diesen ungeheuren Strom, dieses Feuerwerk von Ereignissen, die auf uns einprasseln, noch irgendwie ein wenig ordnen kann", überhaupt noch gebraucht werde: "Ich hoffe sehr, dass es diesen Journalistenberuf, wie ich ihn kenne, noch sehr, sehr lange geben wird, aber sicher bin ich nicht."

Die technische Entwicklung lasse sich allerdings nicht zurückdrehen, sondern alles werde immer schneller. "Es ist so, das werden wir nicht ändern", sagte von Lojewski. "Aber ich bin so ein bisschen glücklich, dass ich bessere Zeiten erlebt habe."

Sie können das vollständige Gespräch mit Wolf von Lojewski mindestens bis zum 04.12.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.