Montag, 22. Dezember 2014MEZ23:04 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie "Stummbürger" von Dresden
Pegida-Demonstranten in Dresden halten am 15. Dezember 2014 Banner hoch.

Die Presseschau blickt heute unter anderem auf Matthias Matussek. "Was geht im Abendland?", fragt er sich, machte sich für die "Welt" auf zu den Pegida-Demonstrationen nach Weimar und Dresden - und suchte Hilfe bei Goethe und Schiller.Mehr

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Fazit

Lesegruppen "The Reader" Vorlesen als Therapie

Meistens liest ja jeder für sich allein. Doch das Kopfkino lässt sich auch wunderbar mit anderen teilen, wie das Projekt "The Reader" im nordenglischen Liverpool beweist. Gemeinsames Laut-Vorlesen kann erstaunliche Wirkungen haben. Mehr

Schauspiel FrankfurtFamiliäre Pseudo-Idylle
Lukas Rüppel als Pauli in dem Stück "Helden"

Judith und David verzweifeln an ihren spießigen Eltern, die wiederum gehen sich nur noch auf die Nerven. Regisseurin Mizgin Bilmen inszeniert am Schauspiel Frankfurt "Helden" von Ewald Palmetshofer. Ein Familienidyll, das nur darauf wartet, in die Luft zu fliegen. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.12.2012

Wirtschaftskrise in Slowenien ist "im Grunde eine logische Entwicklung"

Slowenisch-österreichischer Verleger Lojze Wieser befürchtet weitere Eskalation

Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch.
Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch. (picture alliance / dpa)

Der Verleger Lojze Wieser, schließt nicht aus, dass sich die regierungskritischen Proteste in Slowenien verschärfen. Die Situation sei "gefährlich", sagte der Angehörige der slowenischen Minderheit in Österreich.

Der auf Literatur aus Slowenien spezialisierte Verleger Lojze Wieser sieht die derzeitige tiefe Wirtschaftskrise des Landes als "eine logische Entwicklung". Slowenien habe in den vergangenen 20 Jahren "mit aller Kraft" versucht, den EU-Kriterien zu entsprechen. Erst nach dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 sei die Staatsverschuldung stark gestiegen.
Er zitierte eine Kommentatorin, wonach Tote zu befürchten seien, falls der Bürgermeister von Maribor, dem Korruption vorgeworfen wird, nicht zurücktrete. Wieser verwies außerdem darauf, dass in der Hauptstadt Ljubljana Neonazis provokative Auseinandersetzungen initiiert hätten. Dadurch drohten die bislang weitgehend friedlichen Demonstrationen umzukippen.

Die aktuellen Proteste gegen die Regierung führte er auf eine tiefe Frustration der Bevölkerung zurück. Deren soziale Grundlagen bröckelten, während es unter Politikern Korruption und Vetternwirtschaft gebe. Wenn Regierungschef Janez Jansa auf einer Dienstreise in New York in einem Luxushotel absteige, zugleich mangelnde Sparanstrengungen des öffentlichen Dienstes kritisiere, während viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und ohne Perspektive seien, dann zeige das, "wie verheerend eigentlich die Situation ist", sagte Wieser. Die Regierenden würden "überhaupt nicht mehr begreifen, was den Menschen für Nöte auf den Taschen liegen".

Das vollständige Gespräch mit Lojze Wieser können Sie bis mindestens 4. Mai 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Angebot nachhören.