Samstag, 31. Januar 2015MEZ01:49 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsKölle: Je ne suis pas Charlie
Mottowagen mit Wappen der Stadt Köln vor der Severinstorburg, aufgenommen beim Rosenmontagszug 2014 in Köln (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

Die Entscheidung, einen Karnevalswagen mit einem Terroristen nicht beim Kölner Rosenmontagszug zu zeigen, wird in den Feuilletons kritisiert. Vorauseilender Gehorsam mindere nicht das Risiko von Anschlägen, meint die "Berliner Zeitung".Mehr

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Fazit

Comic-Festival in Frankreich"Ich habe keine Angst"
(picture alliance / dpa / Renaud Joubert)

Auch in diesem Jahr pilgern Comic-Begeisterte aus aller Welt ins französische Angoulême, um das Comic-Festival zu besuchen, unter ihnen auch die Comic-Zeichnerin Ulli Lust. Und auch in Angoulême sind die Auswirkungen des Anschlags auf das Pariser Satiremagazin Charlie Hebdo zu spüren. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.12.2012

Wirtschaftskrise in Slowenien ist "im Grunde eine logische Entwicklung"

Slowenisch-österreichischer Verleger Lojze Wieser befürchtet weitere Eskalation

Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch. (picture alliance / dpa)
Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch. (picture alliance / dpa)

Der Verleger Lojze Wieser, schließt nicht aus, dass sich die regierungskritischen Proteste in Slowenien verschärfen. Die Situation sei "gefährlich", sagte der Angehörige der slowenischen Minderheit in Österreich.

Der auf Literatur aus Slowenien spezialisierte Verleger Lojze Wieser sieht die derzeitige tiefe Wirtschaftskrise des Landes als "eine logische Entwicklung". Slowenien habe in den vergangenen 20 Jahren "mit aller Kraft" versucht, den EU-Kriterien zu entsprechen. Erst nach dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 sei die Staatsverschuldung stark gestiegen.
Er zitierte eine Kommentatorin, wonach Tote zu befürchten seien, falls der Bürgermeister von Maribor, dem Korruption vorgeworfen wird, nicht zurücktrete. Wieser verwies außerdem darauf, dass in der Hauptstadt Ljubljana Neonazis provokative Auseinandersetzungen initiiert hätten. Dadurch drohten die bislang weitgehend friedlichen Demonstrationen umzukippen.

Die aktuellen Proteste gegen die Regierung führte er auf eine tiefe Frustration der Bevölkerung zurück. Deren soziale Grundlagen bröckelten, während es unter Politikern Korruption und Vetternwirtschaft gebe. Wenn Regierungschef Janez Jansa auf einer Dienstreise in New York in einem Luxushotel absteige, zugleich mangelnde Sparanstrengungen des öffentlichen Dienstes kritisiere, während viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und ohne Perspektive seien, dann zeige das, "wie verheerend eigentlich die Situation ist", sagte Wieser. Die Regierenden würden "überhaupt nicht mehr begreifen, was den Menschen für Nöte auf den Taschen liegen".

Das vollständige Gespräch mit Lojze Wieser können Sie bis mindestens 4. Mai 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Angebot nachhören.