Fazit / Archiv /

Wirtschaftskrise in Slowenien ist "im Grunde eine logische Entwicklung"

Slowenisch-österreichischer Verleger Lojze Wieser befürchtet weitere Eskalation

Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch.
Bei den Anti-Regierungsprotesten in Slowenien greift die Polizei hart durch. (picture alliance / dpa)

Der Verleger Lojze Wieser, schließt nicht aus, dass sich die regierungskritischen Proteste in Slowenien verschärfen. Die Situation sei "gefährlich", sagte der Angehörige der slowenischen Minderheit in Österreich.

Der auf Literatur aus Slowenien spezialisierte Verleger Lojze Wieser sieht die derzeitige tiefe Wirtschaftskrise des Landes als "eine logische Entwicklung". Slowenien habe in den vergangenen 20 Jahren "mit aller Kraft" versucht, den EU-Kriterien zu entsprechen. Erst nach dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 sei die Staatsverschuldung stark gestiegen.
Er zitierte eine Kommentatorin, wonach Tote zu befürchten seien, falls der Bürgermeister von Maribor, dem Korruption vorgeworfen wird, nicht zurücktrete. Wieser verwies außerdem darauf, dass in der Hauptstadt Ljubljana Neonazis provokative Auseinandersetzungen initiiert hätten. Dadurch drohten die bislang weitgehend friedlichen Demonstrationen umzukippen.

Die aktuellen Proteste gegen die Regierung führte er auf eine tiefe Frustration der Bevölkerung zurück. Deren soziale Grundlagen bröckelten, während es unter Politikern Korruption und Vetternwirtschaft gebe. Wenn Regierungschef Janez Jansa auf einer Dienstreise in New York in einem Luxushotel absteige, zugleich mangelnde Sparanstrengungen des öffentlichen Dienstes kritisiere, während viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und ohne Perspektive seien, dann zeige das, "wie verheerend eigentlich die Situation ist", sagte Wieser. Die Regierenden würden "überhaupt nicht mehr begreifen, was den Menschen für Nöte auf den Taschen liegen".

Das vollständige Gespräch mit Lojze Wieser können Sie bis mindestens 4. Mai 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Angebot nachhören.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsNicht mehr viele Heino-Fans

Kein Nazi vielleicht, wer weiß das schon, aber manche titulieren Heino auch ganz anders...

Die "TAZ" nimmt Heino im Streit mit Jan Delay in Schutz: Er sei kein Nazi, man sollte sich doch einen anderen Namen für den "Schwarzbraun ist die Haselnuss"-Barden ausdenken. Bonbonbunt geht es hingegen in der "Welt" zu - ausgelöst durch die CD "Open Your Colouring Book".

 

Fazit

Kino"Irre sind männlich"

Die Schauspieler Peri Baumeister (l-r), Fahri Yardim, Milan Peschel und Marie Bäumer kommen am 10.04.2014 zur Premiere des Films "Irre sind männlich" in den Mathäser Filmpalast in München (Bayern).

Die Titelhelden und Programmierer Daniel und Thomas begeben sich in "Irre sind männlich" aufgrund ihrer Beziehungsprobleme in Therapie. Was komisch sein soll bleibt vorhersehbar und lahm und enttäuscht auf ganzer Linie.

RegiedebütLärmende Zukunftswarnung

Hauptdarsteller Johnny Depp steht bei der Premiere von "Transcendence" in Westwood, Kalifornien, mit Sonnenbrille vor einem Filmplakat.

In dem Cyber-Thriller "Transcendence" digitalisiert der Wissenschaftler Dr. Caster (Johnny Depp) kurz vor dem Tod sein Gehirn, um so als Daten-Mensch weiterzuleben. Die Geschichte bleibt aber allzu fade.

Schwabinger KunstfundWie geht es weiter mit den Gurlitt-Bildern?

Ingeborg Berggreen-Merkel 27.11.13

Eine Taskforce untersucht derzeit die verdächtigsten Bilder des Schwabinger Kunstfundes. Das Ziel: Innerhalb eines Jahres soll weitgehend aufgeklärt sein, wem die Bilder aus der Sammlung zustehen.