Interview / Archiv /

"Wir sind sicher" vor Hurrikans

Kieler Klimaforscher hält einen Sturm wie Sandy in Deutschland für ausgeschlossen

NASA-Bild des Hurrikans Sandy
NASA-Bild des Hurrikans Sandy (picture alliance / dpa /NASA)

Der Klimaforscher Mojib Latif schließt aus, dass ein Hurrikan eines Tages auch in Deutschland wüten könnte. Ein Alarmsignal angesichts der fortschreitenden Erderwärmung sei Sandy aber allemal.

Tropische Wirbelstürme gebe es nur dort, wo die Meerestemperatur sehr hoch sei und mindestens 26,5 Grad betrage, sagte der Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Selbst mit globaler Erwärmung würden solche Wassertemperaturen in hiesigen Breitengraden niemals erreicht: "Anders ist es in Südeuropa, vor der Küste Portugals beispielsweise, da könnte sich mal so ein Sturm verirren, aber wir sind (…) sicher."

Ein Sturm wie Sandy komme nur ein bis zwei Mal im Jahrhundert vor, sagte Laif. Die ungewöhnlich große Ausdehnung des Hurrikans über 1.500 Kilometer werde dafür sorgen, dass große Teile der US-Ostküste in Mitleidenschaft gezogen würden. In dem Maße, in dem der Klimawandel fortschreite und die Temperatur sich erhöhe, seien solche Stürme häufiger und intensiver geworden. Es sei aber auch bekannt, dass es natürliche Schwankungen der Meerestemperatur gebe. Deswegen könne man sehr schlecht berechnen, ob ein solcher Sturm ein Zeichen für den Klimawandel sei oder nicht: "Ein Alarmsignal ist es allemal."

Das vollständige Interview mit Mojib Latif können Sie in mindestens bis zum 29. März 2013 unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Interview

TextilindustrieFehlende Unterstützung für Öko-Labels

Neben einem Ständer mit Kleidung hängt in einer Boutique in München eine Spielzeugpuppe aus Öko-Wolle.

Die Konsumforscherin Lucia Reisch fordert ein "gutes Investitionsklima" für Firmen, die auf die Entwicklung nachhaltiger und fair gehandelter Textilprodukte setzen. Hier könne die Politik mehr tun und kreativer werden.

Europawahl und TTIP"Wir Europäer brauchen Partner in der Welt"

In einer Tasse mit einem EU-Symbol steckt eine US-Fahne, aufgenommen  in einem Büro in Dresden.

Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA biete viele Chancen, sagt Daniel Caspary. Die Risiken habe man bereits "sehr sicher im Griff", betont der CDU-Europaabgeordnete.

Bangladesch"Die billigsten Arbeitskräfte der Welt"

Nach dem Einsturz einer Textilfabrik: Demonstranten zeigen Fotos ihrer toten oder vermissten Verwandten in Savar, Bangladesch.

Ein Jahr nach dem Einsturz der Textilfabrik mit mehr als 1000 Toten habe sich in Bangladesch wenig verändert, kritisiert Christian Brüser. Die Sicherheit der Arbeiterinnen stehe dort an letzter Stelle, so der Asienexperte.