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Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.04.2011

"Wir müssen den Druck noch größer machen"

Tate-Modern-Direktor fordert die Macher der Ausstellung "Kunst der Aufklärung" zu Aktionen für Ai Weiwei auf

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei (AP)
Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei (AP)

Deutsche Museen sollen Solidaritätsaktionen internationaler Kunst- und Kultureinrichtungen für den inhaftierten chinesischen Künstler Ai Weiwei deutlicher unterstützen als bislang. Das fordert Chris Dercon, Direktor des Londoner Kunstmuseums Tate Modern.

Dercon sagte, zwar gebe es bereits von einigen deutschen Medien und Museen Solidaritätsbekundungen und deutliche Kritik an China. Doch gerade im Kontext der Anfang April in Peking gestarteten, viel diskutierten Ausstellung "Kunst der Aufklärung" sei es wichtig, noch mehr zu tun und "diese Ausstellung als Plattform zu benutzen", um auf die Situation von Ai Weiwei aufmerksam zu machen.

An die Adresse der drei an der Ausstellung beteiligten deutschen Museumschefs gerichtet, sagte Dercon: Im Interesse der internationalen Beziehungen sei es wichtig, "dass man nicht so zögert und ... Aktionen und Initiative entwickelt". Nicht klug sei es dagegen zu sagen: "Wir müssen aufpassen – das bedeutet: Wir haben Angst." Ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber China, verbunden mit der Frage: "Wo ist Ai Weiwei?", sei der beste Weg.

Dercon räumte ein, eine solche Ausstellung in einem Land wie China zu realisieren, sei "immer problematisch". Er habe das Ausstellungsprojekt trotzdem als "intelligente Initiative" eingestuft, die viele Möglichkeiten biete. Doch diese Initiative sei "in der letzten Woche liegen geblieben".

Sie können das vollständige Gespräch mit Chris Dercon mindestens bis zum 11.9.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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