Samstag, 30. Mai 2015MESZ08:29 Uhr

Literatur

Athen bei NachtWenn sich der Abend senkt
Athen - Akropolis Griechenland (picture alliance / dpa / Andreas Neumeier)

Der Schriftsteller Andreas Schäfer ist fasziniert von der Widersprüchlichkeit Athens. Um ihrem Rätsel näherzukommen, erkundet er auf einem Moped das abendliche und nächtliche Athen.Mehr

Fritz Rudolf Fries zum GedenkenDer Rausch im Niemandsland
Fritz Rudolf Fries (imago/ gezett)

Im Alter von sechs Jahren zog der in Bilbao geborene Fritz Rudolf Fries in die DDR. Jazz, Literatur, Politik: Von einem magischen Dreieck handelt das Feature über den späteren Schriftsteller, der letztes Jahr gestorben ist und am 19. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.Mehr

OptimierungEntwürfe des perfekten Menschen
Smartphone mit einer Fitness-App, daneben eine Hantel auf einem Handtuch (Imago / Westend61)

In zeitgenössischen Romanen von Juli Zeh, Angelika Meier, Benjamin Stein und anderen wird der Mensch mittels Medizin und Technik optimiert. Dabei stellt sich die Frage: Was ist Science Fiction und was bereits Realität? Mehr

weitere Beiträge

Literatur / Archiv | Beitrag vom 03.07.2012

"Wir leben auf einer dünnen Kruste"

Reale und symbolische Erde in der Poesie

Von Carola Wiemers

Die Erde (Esa)
Die Erde (Esa)

Die Erde ist ein Element, das intensiv bearbeitet und in dem unentwegt nach Ressourcen gesucht wird. Menschliche Wesen bewohnen seit ca. zwei Millionen Jahre die Erde. Der Erdanziehungskraft gehorchend, entwerfen sie ehrgeizige Projekte der Kultivierung.

Doch was heißt es, von Mutter Erde oder dem Schoß der Erde zu sprechen? In der griechischen Mythologie ist Gaia die personifizierte Erde. Ein sich stets in Wandlung befindlicher Organismus, der auch den Kreislauf von Geburt und Tod symbolisiert.

Allerdings erzeugt die Tatsache, dass wir auf bewegtem Grund stehen, Ängste und Strategien der Verdrängung. Wird die Erde von Erschütterungen heimgesucht und brüchig, stellt sich auch die Frage nach einer verlässlichen Ordnung menschlicher Existenz.

Die Poesie schöpft aus dieser bodenlosen Urangst und aus einem Vergessen, das auch die Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft betrifft. Sie leistet notwendige Erinnerungsarbeit. Nimmt sich der Mythen, Philosophien und Erkenntnisse an, um sie gegenwärtig zu halten. Poetische Texte von Goethe, Novalis, über Gottfried Benn und Bertolt Brecht bis Jens Sparschuh und Lutz Seiler erden unser Gedächtnis.