Seit 11:00 Uhr Nachrichten
 
Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ11:06 Uhr

Interview / Archiv | Beitrag vom 30.05.2013

"Wir brauchen dringend europäische Hilfe"

SPD-Fraktionschef ruft zu Spenden für syrische Flüchtlinge auf

Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Marietta Schwarz

Frank-Walter Steinmeier (Thomas Köhler/ photothek.net)
Frank-Walter Steinmeier (Thomas Köhler/ photothek.net)

Frank-Walter Steinmeier wirbt eindringlich um mehr internationale Hilfe für die mehr als 100.000 syrischen Flüchtlinge. Der SPD-Fraktionschef hatte im Rahmen seiner Nahostreise am Mittwoch das Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien besucht.

"Wir müssen die Bürger bitten, ihren Blick nicht wegzurichten von dem, was hier geschieht, (sondern) ihr Herz zu öffnen", so Steinmeier. Er rufe die großen deutschen Hilfsorganisationen zu Spendenaktionen auf – "möglichst unterstützt durch Prominente" – damit den syrischen Flüchtlingen "in ihrer bedauernswerten Lage" tatsächlich geholfen werden könne.

Dass die Bundesregierung zugesagt hat, 5000 Flüchtlinge aufzunehmen, bezeichnete Steinmeier als "nicht ausreichend". Zudem sei noch ungeklärt, nach welchen Kriterien diese Menschen ausgewählt werden sollten. Diese Frage werde von der Bundesregierung "immer wieder hin und her gewälzt". Das einzige Kriterium, das er sich vorstellen könne, sei, dass die Menschen "irgendeinen Bezugspunkt zu Deutschland" hätten – etwa Verwandte.

Steinmeier nannte die Bedingungen in Zaatari einen "Alptraum" für Europäer und eine "Tragödie" für die rund 120.000 Flüchtlinge dort: "Das sind Menschen, die sozusagen mit letzter Not ihre eigene Haut gerettet haben – und dann landen sie hier, im Norden Jordaniens, auf einem staubigen Stück Erde. Man kann sagen: Sie sind mit ihrem Leben davongekommen, aber es drängt sich die Frage auf – was ist das für ein Leben?"

Zwölfköpfige Familien seien "zusammengepfercht in zwei Zelten", die hygienischen Bedingungen seien erbärmlich, "jeder Schluck Wasser" müsse über Kilometer mit Tankwagen herangefahren werden. Unter solchen Umständen breiteten sich auch Gewalt und Kriminalität aus, sagte Steinmeier.

Das vollständige Gespräch mit Frank-Walter Steinmeier können Sie mindestens bis 30. Oktober in unserem Audio-on-Demand-Programm als MP3-Audio hören.

Interview

VenezuelaIn den Supermärkten fehlt es an allem
Sie sehen eine Frau, die einen Fisch putzt, rechts und links stehen Kinder. (AFP / Juan Barreto)

Der Leiter des Büros der Friedrich Ebert Stiftung (FES) in Caracas, Benjamin Reichenbach, sieht Venezuela nah am Staatsbankrott. Es komme zu Protesten und Plünderungen, weil es an Lebensmitteln fehle und das Land aus der Wirtschaftskrise nicht herauskomme. Mehr

Katholische KircheFrauen hoffen beim Diakonat auf Franziskus
Papst Franziskus an einem Rednerpult, im Hintergrund bunte Lichter (Fernando Maia, dpa picture-alliance)

Papst Franziskus hat schon viele heiße Eisen angefasst. Nun könnte ein weiteres hinzukommen, denn der Pontifex erwägt, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Eine große Freude für Hannelore Ilchmann von Netzwerk Diakonie der Frau, die den noch verbotenen Beruf ehrenamtlich bereits ergriffen hat. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj