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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. Dezember 2015

"Willkommenskultur" ist in Österreich das Wort des Jahres

Auch das Unwort des Jahres wurde gewählt

"Willkommenskultur» ist das Wort des Jahres in Österreich. Der Begriff aus der Wirtschaftssprache habe im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung eine neue Bedeutung bekommen, die den Umgang mit Migranten widerspiegele, sagte ein Sprecher der Fachjury an der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Universität Graz. Zum Unwort des Jahres wurde die Formulierung "besondere bauliche Maßnahme" für den an einem Grenzübergang zu Slowenien geplanten Grenzzaun gewählt. Insgesamt beteiligten sich knapp 34 000 Menschen an einer Internetabstimmung, deren Votum durch die Meinung der Fachjury ergänzt wird. Die Wahl erfolgt in Kooperation mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Ai Weiwei wird Jury-Präsident bei Cinema for Peace

Der chinesische Künstler soll den sozial wertvollsten Film auszeichenen

Der chinesische Künstler und Filmemacher Ai Weiwei wird Jury-Präsident bei der Wohltätigkeitsveranstaltung Cinema for Peace in Berlin. Am 15. Februar 2016 soll er gemeinsam mit Daniel Brühl, Pussy Riot und Kweku Mandela den sozial wertvollsten Film des Jahres auszeichnen, teilten die Veranstalter mit. Ai Weiwei werde einer insgesamt knapp 150-köpfigen Jury vorstehen, hieß es. Erstmals gebe es im kommenden Jahr nach der Gala einen Ball. Ai Weiwei, der wegen seiner Kritik an den Zuständen in China jahrelang nicht ausreisen durfte, lebt seit dem Sommer in Berlin, fährt gelegentlich aber auch in seine Heimat zurück.

Österreicher wird neuer BR-Fernsehdirektor

Reinhard Scolik folgt auf Bettina Reitz

Reinhard Scolik, Leiter der Strategischen Programmplanung und Administration in der Generaldirektion des Österreichischen Rundfunks ORF, wird neuer Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks (BR). Der Rundfunkrat stimmte der Berufung des 57jährigen auf Vorschlag des Intendanten zu, wie der Sender in München mitteilte. Scolik folgt am 1. März nächsten Jahres Bettina Reitz nach, die seit Oktober Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München ist. Der Vertrag des promovierten Juristen hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Virtuelle Ausstellung zum 100. Geburtstag von Curd Jürgens

Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt stellt seinen Nachlass online

Eigentlich wollte Curd Jürgens nach seinem Tod 1982 den gesamten Nachlass verbrennen lassen. Doch seine Witwe Margie entschied sich anders und übergab 1997 sein Erbe inklusive Drehbüchern und Fanpost an das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt. Zum 100. Geburtstag des großen Schauspielers will das Museum den acht Jahrzehnte umfassenden Nachlass in einer Ausstellung in drei Sprachen zeigen - allerdings nur virtuell im Internet. Curd Jürgens war neben Film- und Theaterschauspieler auch Regisseur und Sänger. Er spielte an der Seite von Ingrid Bergman, Brigitte Bardot, Orson Welles, Richard Burton, Robert Mitchum oder Romy Schneider. Die Ausstellung mit mehreren tausend Objekten soll am 13. Dezember online gehen.

Kurt-Wolff-Preis geht an Verlag Ch. Links

26.000 Euro Preisgeld gehen nach Berlin

Der Kurt-Wolff-Preis 2016 geht an den Berliner Verlag Ch. Links. Das teilte die Kurt-Wolff-Stiftung in Leipzig mit. Die Auszeichnung ist mit 26 000 Euro dotiert. Der Verlag Ch. Links konfrontiere die Deutschen seit 25 Jahren mit großer Konsequenz und ohne Scheu mit ihrer jüngeren Geschichte, hieß es zur Begründung. Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung geht an den Verlag Vorwerk 8. Die Auszeichnungen werden am 18. März 2016 auf der Leipziger Buchmesse verliehen.

Produzent Nico Hofmann erhält Ehrenpreis

Max Ophüls Filmfestival zeichnet ihn aus für die Verdienste um den Filmnachwuchs

Der Produzent und Regisseur Nico Hofmann erhält den Ehrenpreis des Filmfestivals Max Ophüls Preis. Der 55-Jährige soll bei der 37. Auflage im Januar in Saarbrücken für seine Verdienste um den deutschen Filmnachwuchs ausgezeichnet werden, wie Festivalleiterin Gabriella Bandel mitteilte. Der in Heidelberg geborene Hofmann sei einer der profiliertesten und erfolgreichsten Köpfe des deutschen Films. Zudem habe er als Professor an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg den Grundstein für viele erfolgreiche Filmkarrieren gelegt. Der Erfolgsproduzent ist seit einigen Monaten Co-Chef der Ufa. Hofmann produzierte Filme wie "Der Turm", "Bornholmer Straße" und "Nackt unter Wölfen". Hofmann ist auch Intendant der Nibelungen-Festspiele in Worms.

Archäologen finden 7.000 Jahre alte Plastik in Mähren

Die 76 Millimeter-Figur wurde "Idol von Lipnik" getauft

Archäologen haben nahe dem mährischen Lipnik nad Becvou, auf deutsch Lipnik, den Torso einer rund 7.000 Jahre alten Tonplastik aus der Jungsteinzeit gefunden. Die einzigartige Menschenfigur sei mit Ornamenten verziert und gehöre nach Expertenmeinung zur linearbandkeramischen Kultur des Neolithikums, meldete "Radio Prag" unter Berufung auf den Archäologen Zdenek Schenk vom Prager Comenius-Museum. Obwohl nur der Torso der Plastik erhalten sei, handele es sich um einen einzigartigen Fund in Tschechien, so Schenk. Die 76 Millimeter große Figur, deren Kopf abgebrochen ist, sei "Idol von Lipnik" getauft worden.

Jean Luc Godard wird 85

Der Regisseur gilt als Mitbegründer der Nouvelle Vague

Der französische Regisseur Jean Luc Godard feiert heute seinen 85. Geburtstag. Godard zählt zu den Mitbegründern der Nouvelle Vague, sein Film "Außer Atem" gilt als Klassiker dieser Stilrichtung und als Meilenstein der Filmgeschichte. Weitere wichtige Werke von des Kult-Regisseurs sind "Die Verachtung", "Eine verheiratete Frau" und "Die Geschichte der Nana S.". Godard gilt als einer der einflussreichsten Filmemacher des französischen Kinos. Als er 2010 den Oscar für sein Lebenswerk erhalten sollte, lehnte er ab mit der Frage: "Kennen Sie meine Filme überhaupt?"

Zentrum für verfolgte Künste steht kurz vor der Eröffnung

Einrichtung erinnert an Künstler, die in der NS-Diktatur und der DDR verfolgt wurden

Als bundesweiter Erinnerungsort soll das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen am 8. Dezember feierlich eröffnet werden. Das international vernetzte Zentrum sei in Deutschland einzigartig, sagte Direktor Rolf Jessewitsch heute in Solingen. Besonders wichtig sei die ständige Kooperation mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem sowie mit polnischen Institutionen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) soll die Einrichtung eröffnen, die an Künstler erinnert, die in der NS-Diktatur und in der DDR verfolgt wurden. Viele von ihnen kommen im heutigen Kunstkanon nicht vor.

"Scharfrichterbeil" geht an Musikkabarettisten

Robert Alan überzeugte die Jury

Der Musik-Kabarettist Robert Alan hat den Hauptpreis des Kabarettwettbewerbs Scharfrichterbeil erhalten. Durch den Gewinn der mit 1000 Euro dotierten Auszeichnung trat der 29-Jährige am späten Mittwochabend in Passau in die Fußstapfen von Hape Kerkeling, Urban Priol und Luise Kinseher. Alan überzeugte die Jury aus Mitarbeitern der veranstaltenden Kabarettbühne Scharfrichterhaus, Medienvertretern sowie das Publikum mit einem Ausschnitt aus seinem aktuellen Programm. Das mittlere Beil ging in diesem Jahr an Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger, die als österreichisches Kabarettistinnen-Duo Flüsterzweieck bekannt sind. Das kleine Beil wurde an die Kabarettistin Franziska Wanninger aus Oberbayern verliehen. Das Scharfrichterbeil ist einer der renommiertesten Kabarettwettbewerbe im deutschsprachigen Raum.

Unesco würdigt Kultur- und Kreativwirtschaft

Branche schafft 29,5 Millionen Jobs

Die Kultur- und Kreativwirtschaft schafft jährlich 29,5 Millionen Arbeitsplätze auf der ganzen Welt - und damit mehr als die Automobilindustrie in Europa, Japan und den USA zusammen. Dies geht nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission in Bonn aus einem Bericht hervor, den die UN-Kulturorganisation und der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Cisac) heute vorstellten. Demnach erwirtschaftet die weltweite Kultur- und Kreativwirtschaft jährlich 2250 Milliarden US-Dollar. Die höchsten Umsätze erzielt mit 477 Milliarden der Fernseh-Sektor, gefolgt von den bildenden Künsten mit 391 Milliarden, sowie Zeitungen und Magazinen mit 354 Milliarden. Karin von Welck, das Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission, erklärte, die Kultur- und Kreativwirtschaft generiere einen ökonomischen Mehrwert und trage gleichzeitig "zu zukunftsfähigen kreativen Gesellschaften, zu mehr Lebensqualität und letztendlich zu einer menschenzentrierten, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung" bei.

Zuckmayer-Medaille für Sven Regener

Seine Kunst sei erfrischend kompromisslos

Der Schriftsteller, Musiker und Sänger Sven Regener erhält die Carl-Zuckmayer-Medaille 2016 des Landes Rheinland-Pfalz. Zur Begründung betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Regener sei ein Allroundtalent, das mit seinen deutschsprachigen Songtexten und Romanen unglaublich viele Menschen erreiche. Seine Kunst sei erfrischend kompromisslos. Regener gründete 1985 die Band "Element of Crime" die seither fast 20 CDs einspielte und Kultstatus erlangt hat. Im Jahr 2001 erschien sein Debütroman "Herr Lehmann". Es folgten unter anderen "Neue Vahr Süd", "Der kleine Bruder" und "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner". Der Namensgeber der Medaille, der in Nackenheim geborene Carl Zuckmayer, schuf die Theaterstücke "Der Hauptmann von Köpenick»"und "Des Teufels General". Zu den bisherigen Trägern der Auszeichnung gehören Martin Walser, Monika Maron und Bruno Ganz. Mit der Ehrung als Gabe verbunden ist ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Weines.

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Fazit

Fiston Mwanza Mujila: "Tram 83"Schreiend zum Erfolg
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