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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.06.2012

"Wie ein Naturlaut"

Werke vom International Rostrum of Composers 2012

Stockholm
Stockholm (AP)

Jedes Jahr im Frühsommer treffen sich Produzenten von Neuer Musik aus Rundfunkanstalten in aller Welt zum "International Rostrum of Composers" (oder, auf Französisch, zur "Tribune International des Compositeurs"). Seit fast 60 Jahren gibt es diese Informationsbörse, die vom International Music Council veranstaltet wird und in diesem Jahr zum ersten Mal in Stockholm zu Gast ist.

Vertreten sind beim Rostrum Rundfunkanstalten aus über 30 Ländern von vier Kontinenten, vorgestellt werden jedes Jahr etwa 60 Werke, die in den letzten fünf Jahren uraufgeführt wurden. Die Bandbreite ist groß, es gibt keine Einschränkungen zu Stil oder Besetzung. Erklärtes Ziel ist dabei, Komponisten vorzustellen, die noch keinen internationalen Ruhm erlangt haben, die zu entdecken aber lohnt. Aus diesem Grund gibt es auch eine spezielle Kategorie für junge Komponisten unter 30.

Zwei Tendenzen waren in diesem Jahr besonders auffällig: zum einen die starke Präsenz elektronischer Musik (auch das "Siegerstück" aus Argentinien gehört dazu), zum anderen die Dominanz kleinerer, kürzerer Stücke. Fast könnte man von einem "Miniaturen-Treffen" sprechen.

Deutschlandradio Kultur stellte in diesem Jahr beim Rostrum ein Werk der jungen Berliner Komponistin Sarah Nemtsov vor: "Luftmacumba / Rio" ist Teil des großen Instrumentalzyklus "A LONG WAY AWAY", der in einer inszenierten Form beim Festival Ultraschall seine Uraufführung erlebte. Wenige Tage später realisierten wir im Studio von Deutschlandradio Kultur eine Studioproduktion, die auf einer Porträt-CD der "Edition Zeitgenössische Musik", die der Deutsche Musikrat herausgibt, veröffentlicht werden wird.

Dieses Werk, die ausgewählten und einige der empfohlenen Werke sowie weitere bemerkenswerte Kompositionen vom International Rostrum of Composers stellen wir hier vor.



59. International Rostrum of Composers 2012
Sveriges Radio, Stockholm
22. - 25.05.2012


Peter Kerkelov (Bulgarien)
"Attempt at Screaming" für Ensemble
Ensemble Musica Nova
Leitung: Dragomir Yossifov

Jon Øivind Ness (Norwegen)
"Swan’s Foetus" für Orchester
Philharmonisches Orchester Oslo
Leitung: Jukka-Pekka Saraste

Sarah Nemtsov (Deutschland)
"Luftmacumba / Rio" für Ensemble
Ensemble Adapter
Leitung: Manuel Nawri

Ryo Dainobu (Frankreich)
"Der Spiegel im Spiegel” für fünf Instrumente
Ensemble Cairn
Leitung: Guillaume Bourgogne

Petra Strahovnik (Slowenien)
"Obsession" für Ensemble
Mark Szabo, Violine
Yu Hao, Viola
Bassamm Halaka, Violoncello
Elisabeth Tobler, Kontrabass
Aron Malek, Klarinette
Timea Herics, Fagott
Zoltan Vass, Horn
Leitung: Gerhard Krammer

Pedro Ochoa (Argentinien)
"Tierra Viva” für Klavier und Tonband
Pedro Ochoa, Klavier und Elektronik