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"Who killed Marilyn?"

Schwarzhumorige Thriller-Komödie aus Frankreich

Von Hans-Ulrich Pönack

Sophie Quinton posiert als Candice Lecoeur bei einem Fotoshooting, umringt von Männern.
Sophie Quinton posiert als Candice Lecoeur bei einem Fotoshooting, umringt von Männern. (picture alliance / dpa)

Ein Schriftsteller tritt in der französischen Provinz auf eine Leiche. Die sieht Marilyn Monroe sehr ähnlich und hat, wie er feststellt, auch einen ähnlichen Lebenswandel hinter sich. Weil er nicht an einen Selbstmord glaubt, recherchiert er selbst.

Hier ist es definitiv saukalt - in Mouthe, in der französischen Provinz, an der Schweizer Grenze. Für Zugereiste ist er wahrscheinlich der - gefühlt - kälteste Ort der ganzen Welt. Daran vermag auch der von hier stammende berühmte Käse nicht viel zu ändern. Es schneit wieder einmal heftig. Und ausgerechnet "solch eine Kälte-Szenerie" unterlegt der Regisseur mit dem soften Sonnen-Song "California Dreamin'". Das funkt.

Worum geht`s? David Rousseau (Jean-Paul Rouve) ist ein bekannter Krimi-Autor, der unter einer Schreibblockade leidet. Er fährt in die Provinz, eben in jenes Mouthe, wo ihn eine Erbschaft seines verstorbenen Onkels erwartet: Ein ausgestopfter Hund. David ist frustriert und gedanklich bereits auf der Rückreise als er über Candice Lecoeur (Sophie Quinton) - buchstäblich - stolpert. Candice - blonde Dorfschönheit, Käse-Werbe-Star und Wetterfee beim regionalen TV-Sender mit Marilyn Monroe-Appeal. Jetzt ist sie tot - begraben unterm Schnee, mit einer Pillendose in der Hand. Suizid- kein Fremdverschulden! - lautet der Befund des Oberpolizisten. Doch David wittert eine Geschichte, einen geheimnisvollen Kriminalfall. Er begibt sich auf die Spuren dieser jungen blonden Frau, deren Leben nicht nur äußerlich "so ähnlich" wie das von Marilyn Monroe verlief. War Marilyn vielleicht weit mehr als nur ein Vorbild der hiesigen Blondine?

"Poupoupidou", so der Originaltitel, ist eine jener kleinen feinen Film-Entdeckungen, auch "Sleeper" genannt, die immer mal wieder "unangemeldet" leise auftauchen und die einen so wunderbar zu becircen vermögen. Eine originelle, lakonische, schwarzhumorige Thriller-Komödie , die an "Fargo" der Coen-Brüder oder auch an den mysteriösen "Twin Peaks"-Charme eines David Lynch erinnert.

Marilyn Monroes Todestag jährt sich am 5. August 2012 zum 50. Mal. Doch Norma Jeane Baker ist - filmisch - einfach nicht "totzukriegen".

Frankreich 2011; Regie: Gérald Hustache-Mathieu; Darsteller: Jean-Paul Rouve, Sophie Quinton, Guillaume Gouix;102 Minuten; ab 12 Jahren

Filmhomepage "Who killed Marilyn"

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