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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 24.08.2011

"What a Man"

Enttäuschendes Regiedebüt von Matthias Schweighöfer

Gesehen von Hannelore Heider

Der Schauspieler Matthias Schweighöfer drehte "What a Man" unter anderem im Palmengarten in Frankfurt. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Der Schauspieler Matthias Schweighöfer drehte "What a Man" unter anderem im Palmengarten in Frankfurt. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

In der romantischen Komödie "What a Man" will der junge Lehrer Alex weg vom Softie-Image. Er probiert verschiedene Männerbilder aus, ist damit aber wenig erfolgreich. Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle und ist zugleich Regisseur.

Mit seinem jungenhaften Charme ist der Schauspieler Matthias Schweighöfer nicht nur zum Star für junge Kinozuschauerinnen geworden, sondern hat sich auch als Schwiegermutters Liebling entpuppt.

Zahlreiche Preise und durchaus unterschiedliche Rollen beweisen, dass er nicht nur ein gut aussehender und netter, sondern auch ein in Maßen wandlungsfähiger Schauspieler ist, der aufbauend auf diesem Image auch den jungen Schiller, Manfred von Richthofen oder Störtebeker glaubhaft darstellen kann.

Für sein Regiedebüt hat sich der Erfolgsverwöhnte nun eine romantische Komödie ausgesucht, von der man annehmen kann, dass er sie sich auch als Drehbuch- (Mit)-Autor und Hauptdarsteller auf den Leib geschrieben hat. Leider gibt es dabei keinerlei Überraschungen.

Im Stil der deutschen Erfolgskomödien aus den 80er- und 90er-Jahren sucht sein Held Alex in Liebesdingen seinen Platz als Mann. Doch all seine oft recht albernen Versuche, aus seiner gescheiterten Rolle als Softie herauszukommen, sind so vorhersehbar nicht von Erfolg gekrönt, dass die erklärte Absicht von Mattias Schweighöfer, mit seinem Film auch eine Analyse der Männerbilder in unserer Gesellschaft vorzunehmen, schlicht als Koketterie zu werten ist.

Denn Alex ist als Lieblingslehrer aller Schüler eindeutig mit der falschen Frau Carolin (Mavie Hörbiger) liiert, einem zickigen blonden Model, das mit dem netten Typen machen kann, was sie will - was besonders seine beste Freundin Nele (Sibel Kekilli) ärgert.

Zusammen mit Alex' deutsch-türkischem Kumpel Okke (Elyas M'Barek) versucht sie, Alex zu einem selbstbewussten Mann zu formen. Und so endet die angekündigte Suche nach dem modernen Männerbild wieder mit der schlichten Wahrheit: sei, wer Du bist, und finde die Frau, die genau damit glücklich ist.

So banal diese Moral, so schlicht ist auch die Szenenfolge. Die zwei wirklich guten weiblichen Hauptdarstellerinnen bleiben eindimensional und werden ebenso wenig gefordert, wie es Matthias Schweighöfer gelingt, irgendein überraschend neues Bild von sich zu geben. Damit ist der in Köln gedrehte, sehr persönliche Film des Schauspielers und Regiedebütanten in jeder Hinsicht eine Enttäuschung, auch wenn die Kamera von Bernhard Jasper sehr schöne Stadtbilder liefert.

Deutschland / USA 2011; Regie: Matthias Schweighöfer; Darsteller: Matthias Schweighöfer, Sibel Kekilli, Elyas M'Barek, Mavie Hörbiger, Milan Peschel, Thomas Kretschmann, Lilay Huser, Nora Jokhosha, Theresa Underberg; FSK: ab 12; Länge: 94 Minuten

Link:
Filmhomepage "What a Man"

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