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Buchkritik

Mexiko-RomanWeiblicher Widerstand im Drogenkrieg
Angehörige demonstrieren am 25.11.2003 mit Pappfiguren als Symbole für die getöteten Frauen in Ciudad Juarez. Die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez erlangte international Berühmtheit - zwischen 993 und 2007 wurden hier 393 Frauen ermordet. "Welthauptstadt der Frauenmorde" ist deshalb das Image, das der Stadt weltweit anhängt.

Das Mädchen Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf. Dort sind die Männer verschwunden und die Frauen verstecken ihre Töchter vor den Drogenbossen. Doch Ladydi sieht einen Ausweg aus dieser unwirtlichen Welt. Mehr

BoxenEin grelles Porträt voller Leidenschaft
Eine Szene aus dem Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen George Foreman (l) und Muhammad Ali am 1. Oktober 1975 in Manila.

George Foreman und Muhammad Ali: Ihr Boxkampf in Kinshasa Mitte der 70er-Jahre gilt bis heute als ein Kampf der Giganten. Er verzögerte sich allerdings mehrere Wochen. In dieser Zeit entstand die Reportage des amerikanischen Journalisten Bill Cardoso.Mehr

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Literatur

Deutsche MythenTatort Wartburg
Die Wartburg Eisenach (Thüringen)

In fast zehn Jahrhunderten wechselvoller deutscher Geschichte war die Burg Zuflucht oder Bühne großer historischer Figuren. Trägt das symbolische Kapital bis heute?Mehr

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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 16.09.2005

Wenn aus Feinden Freunde werden

Deon Meyer: "Das Herz des Jägers"

Rezensiert von Birgit Koß

Armut in Südafrika
Armut in Südafrika (AP Archiv)

Was geschieht, wenn aus ehemaligen Feinden Freunde oder zumindest Verbündete werden sollen? Was heißt es für den Einzelnen, wenn seine Handlungen, die gestern noch im politischen Kampf erwünscht waren, heute als Verbrechen gelten?

Der Journalist Deon Meyer hat diese Fragen, die sich nach dem Ende der Apartheid in Südafrika aufdrängen, in einen Thriller verpackt. Der Roman "Das Herz des Jägers" wurde in Südafrika mit einem begehrten Literaturpreis ausgezeichnet, in den USA zählte man ihn zu den zehn besten Thrillern des letzten Jahres.

Zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid arbeitet Thobela Mpayipheli als Putzhilfe bei einem Motorradhändler. Der Mann, der Freiheitskämpfer im Untergrund und Auftragskiller des KGB war, widmet sich ganz der Liebe zu Miriam und ihrem Sohn Pakamile. Doch dann erscheint Monica Kleintjes und bittet ihn um Hilfe. Ihr Vater Johnny Kleintjes war einst ein mächtiger Mann in der Regierung. Der Computerspezialist führte nach der Apartheid wichtige Datenbänke zusammen und stieß auf brisante Informationen, die er offensichtlich verkaufen wollte. Der Deal misslang, Kleintjes wurde entführt.

Um ihn vor dem Tod zu retten, muss eine Festplatte nach Sambia gebracht werden. Monica Kleintjes bittet Thobela Mpayipheli, dies für sie zu tun. Schweren Herzens übernimmt der Schwarze die Aufgabe, weil er bei seinem Freund in der Schuld steht. Doch er ahnt, dass nun zurückkehrt, was er hinter sich lassen wollte. Bereits am Flughafen interessieren sich Männer der Presidential Intelligence Unit, des wichtigsten Geheimdienstes des Landes, für die Festplatte. Sie unterschätzen den zwei Meter großen Mpayipheli. Er "leiht" sich von seinem Arbeitgeber ein BMW-Motorrad. Es beginnt eine gnadenlose Verfolgungsjagd quer durch Südafrika. Nicht nur Polizei und Geheimdienst sind Mpayipheli auf den Fersen, auch die Medien.

Deon Meyer zieht den Leser durch Rückblenden, Verhörprotokolle und verschiedene Erzählperspektiven in den Bann, auch wenn die vielen Untergruppen der Geheimdienste auf Dauer kaum noch zu unterscheiden sind. Er belässt es nicht bei der üblichen Spionagegeschichte, sondern stellt die politischen und moralischen Veränderungen in Südafrika in den Mittelpunkt.

Mit Hilfe einer Journalistin zeichnet Meyer das sympathische Bild eines Helden, der gehofft hatte, seine Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Der Mann, der nur noch Familienvater sein möchte, versucht auf seinem Weg nach Sambia, so wenig Blut wie möglich zu vergießen, doch die Verhältnisse lassen ihm kaum eine Wahl. Auch im so genannten neuen Südafrika gibt es Betrug und Verrat. Die Antworten des ehemaligen Kämpfers können nicht immer friedlich ausfallen. Nebenbei outet sich Deon Meyer als Motorradfan und nimmt den Leser mit auf eine eindrucksvolle Fahrt durch Südafrika.


Deon Meyer: Das Herz des Jägers
Thriller. Aus dem Englischen von Ulrich Hoffmann.
Rütten & Loening 2005. 409 Seiten, 19,90 €.